Das Bunkermuseum Hanstholm

15cm-Geschütz

Das Bunkermuseum in Hanstholm bietet einen geschichtlichen Einblick in die Vergangenheit des Atlantikwalls. Das Gelände, das bei Kriegsende neun km² groß war und mit 3000 Soldaten bemannt war, diente zusammen mit der Batterie “VARA” auf norwegischer Seite der Kontrolle der Meerenge des Skagerrak. Dazu waren auf jeder Seite des Skagerrak jeweils vier 38cm-Kanonen der Bismarckklasse stationiert.

15cm-Geschütz am Eingang des Museums

Grundriss vom Museumsbunker Hanstholm

Der Bau der heute zum Museum umfunktionierten “Batterie 2” begann am 9. April 1940.
Am 4. Mai 1941 gab die Batterie ihren ersten und letzten ernst gemeinten Schuss ab. Es handelte sich um einen Warnschuss auf einen dänischen Fischkutter - dieser trug keinen Schaden davon.
Am 12. September 1941 gab die 38cm-Batterie ein paar Probeschüsse ab.
Die Batterie Hanstholm war eine Seezielbatterie, allerdings konnten die Kanonen ein Schussfeld von 360° abdecken und somit theoretisch auch landeinwärts schießen.

Der Grundriss des Museumsbunkers - 20.000 m³ Beton wurden für ihn verbaut.

Feldbahngleise

Wir folgen nun dem Weg, den die Munition mit Hilfe einer Feldbahn von einem der sechs großen Munitionsbunker bis zum Geschütz nahm.

Feldbahngleise
Feldbahngleise
Hebevorrichtung
Projektile
Granate
Schotte

Über die Feldbahn wurde die Munition bis zu diesem Kran transportiert und dann abgeladen.

An Ketten befestigt, wurde die Munition dann von hinten an die Schotte herangebracht.
Die Standardgranaten wogen 800kg. Mit ihnen war eine Reichweite von 42km zu erzielen. Für die maximale Reichweite von 55km mussten leichtere Granaten (495kg) verwendet werden.
Die Flugzeit der Granaten betrug bei der größten Entfernung gut zwei Minuten. Das Geschütz konnte alle 1 1/2 Minuten einen Schuss abfeuern.

Die Schotte von innen mit einer Granate.

Die Schotte von außen

Feldbahn
In der Kesselbettung...

In der Kesselbettung angelangt, wurde die Munition über einen Lift in das Innere des Geschützturmes befördert.

Das Kanonenrohr ist 20 Meter lang und 110 Tonnen schwer gewesen. Ein Kanonenturm wog insgesamt 540 Tonnen und war 30 Meter lang.

Die Feldbahn wurde benötigt, da die Granaten zu schwer waren um mit Sackkarren transportiert zu werden. Die Bahn wurde von einer Diesellok befahren.

links: Im Vordergrund ein Munitionswaggon, hinten die Diesellok mit zwei Granaten (grün).

Sonstige Räumlichkeiten der Batterie 2

Ein wiederhergestellter Mannschaftsraum. Insgesamt gab es 14.

Lüfter

Einer der ursprünglich zwei Belüftungsräume.

Maschinenraum
Maschinenraum

links: der Zugang zum Maschinenraum

unten: Im Inneren des Maschinenraumes.

Wie schon geschrieben besteht die Batterie 2 aus vier gleichen Geschütztürmen mit dazugehörigen Bunkern. Eine der beiden Anlagen wurde als Museum hergerichtet, die anderen in ihrem Urzustand belassen. Wir schließen diesen Bericht mit einigen Bildern einer der nicht renovierten Anlagen ab.

Innen
Schotte
Ausgang
Maschinensockel
Einbauten
Feldbahn
Beobachtungsstand
<-Zu den Räumen ->
Scharte
Bunker
Geschützkranz
Kesselbettung
Geschützkranz
15cm Geschütz

Weitere Impressionen

Der Durchmesser der Kesselbettungen beträgt 30 Meter. Die Geschützbunker mit Munitionsbunker sind 168,6 Meter lang und 44,6 Meter breit. Die Wandstärke beträgt 3,5 Meter. Ihren letzten Schuss gab die Batterie Hanstholm 2 am 27. Mai 1943 ab. Die Anlage spielte im zweiten Weltkrieg nie eine Rolle....

Auch hier gebührt der Dank für Fotos und Recherchen Andreas Drees!

Geschützbettung
Mannschaftsraum
Bunkermuseum