Niederländische Küstenbatterie “Helsdiep” bei Den Helder

Unweit der Tobrukstellung in Den Helder befindet sich in den Dünen eine Bunkeranlage. Unser Leser Siem Kooij aus Groningen war so nett, uns die fehlenden Informationen dazu zur Verfügung zu stellen. Herzlichen Dank dafür!
Helsdiep war die erste von drei niederländischen Küstenbatterien, die von der Firma Krupp in den Jahren 1895-1899 geplant und in den Jahren 1920-1939 errichtet wurden.
Diese drei Batterien lagen schräg versetzt zueinander östlich von Fort Kijkduin.
Die Besatzung, die vom “Regiment Kustartillerie” stammte, war im Fort Kijkduin untergebracht.
Helsdiep ist die einzige erhaltene Anlage ihrer Art. Nur von der Batterie “Begraafsplaatz”, die sich weiter östlich befand, sind noch ein paar Trümmer über.

Batterie Helsdiep bei Den Helder

Ein Blick vom Weg aus. Man erkennt mehrere Schutzbunker in den Dünen (links), sowie einen Munitionslift (rechts).

Batterie Helsdiep bei Den Helder

Der erste der drei Schutzbunker (rechts).
Links im Bild:
ganz links der Zugang zu den unterirdischen Lagerräumen für das Personal, rechts daneben einer der drei verbliebenen Aufzugschächte  für die Munitionsbeförderung in der Batterie Helsdiep.

Schutzraum

Im Inneren des Schutzbunkers - an den Wänden befinden sich Klappschaniere, auf denen früher die Bänke befestigt wurden.

Munitionsaufzug

Der erste der drei Aufzüge für Munition. Rechts daneben einer der drei Geschützkränze.
Links daneben sieht man den Eingang für das Personal, das sich so in das unterirdisch gelegene Munitionslager begeben konnte.

Geschützkranz

Der Geschützkranz aus der Nähe - eingelassene Gewindestangen in Beton. Hier stand eine der Kanonen, die die Küste an dieser Stelle verteidigen sollten.
Welche Art der Bewaffnung sich hier befand, wird noch recherchiert.

Munitionsschacht

Der Blick in den Schacht des ersten Munitionsaufzuges.

Batterie Helsdiep bei Den Helder

Weitere Relikte am zweiten Geschützkranz - am Boden ein mit Sand verfüllter Schacht, der mittlerweile in schieflage geraten ist.

Mannschaftsbunker

Der dritte Mannschaftsbunker - die Eingänge sind mit Metallplatten massiv verschweißt. Die Bunker haben eine Länge von ungefähr 15m, eine Breite von circa 8m und eine Wand- und Deckenstärke um einen Meter.
Die Höhe ist schwer zu schätzen, da sie beinahe ganz in den Dünen versunken sind.
Außer den beiden Eingängen und zwei sehr kleinen Lüftungsrohren haben die Bunker keine anderen Öffnungen. Die Eingänge befinden sich an der Landseite.

Munitionsschacht
Ritzel

Am Boden des Schachtes befindet sich das passende Gegenstück.

Müll, Müll, Ketten, Müll

Im Wasser erahnt man Reste von Ketten - sie dienten dem Antrieb des Lifts, der die Projektile zu den Geschützen beförderte.
Sonst nur Müll, Müll, Müll!

Ritzel im Munitionsschacht

Das Ritzel auf der anderen Seite des Schachtes - hier ist die Kette deutlich zu erkennen.

Munitionsraum

Ein Blick nach links - der Raum geht weiter, das Wasser steht aber 40cm hoch und ist voll mit Scherben, Metallspitzen und anderen unbekannten Gefahren.

Den Blick durch die hintere Tür versperrt eine Metalltür.

Der große Raum im Vordergrund war das Munitionslager. Durch die hintere Tür erreicht man den Eingang für das Personal und den Raum, in dem die Rohre untergebracht waren, den “Buizenbergplaats”.

Panzertür

Direkt am Schacht befindet sich diese Panzertür, die sich nicht bewegen lässt - dahinter ein kleiner Raum, der für die Zwischenlagerung der Projektile diente. Sie wurden aus dem Munitionslager in diesen “Schrank” verbracht und bei Bedarf an die Erdoberfläche transportiert.

Open - Dicht

Niederländische Beschriftungen auf einem Verschluss an einem der Zugänge für das Personal - “Open - Dicht”.

Rinder

Wir bekamen dann Besuch...

Rinder

...von mehreren Tieren.

 

Dies sind schottische Highland-Rinder, die der exzessiv wachsenden Vegetation Einhalt gebieten. Sie selber brauchen kaum Pflege, können ganzjährig in den Dünen leben.

Klein

Wir entschieden uns für den sofortigen Rückzug und trafen auf dieses...

Groß...Fundament einer Flak aus dem Jahr 1922.

Diese eine war bei “Den Helder” stationiert, drei mal drei andere, 1927 errichtete, um Amsterdam herum.

Weitere Infos zu diesen Luftabwehrbatterien oder auch “Luchtafweerbatterij” findet man unter der Seite “Stelling-Amsterdam”

Herzlichen Dank an Rene Ros von der Seite www.forten.info für die Informationen zur Flak!

Die Batterie Helsdiep gehört nicht zu dem, von den Deutschen errichteten, Atlantikwall. Wir haben uns aber entschieden, diese Anlage in der Rubrik “Atlantikwall in den Niederlanden” zu belassen.

Unser Dank gilt bei dieser Küstenbatterie besonders Siem Kooij, der uns mit Informationen versorgte. Diese Informationen stammen aus dem niederländischen Buch “Kustversterkingen 1900-1940”, Autor: J.R. Verbeek.

Über weitere Zuschriften, die uns dieses Objekt in den Dünen bei Den Helder weiter erklären können, wären wir sehr dankbar!
Benutzt bitte das
Kontaktformular!

März 2004

Der letzte Munitionsschacht war unverschlossen. Es gelang uns hinabzusteigen.
Rechts im Bild ein Ritzel - Teil der Munitionshebeanlage.