Flakturm IV Hamburg - Heiligengeistfeld

Zuerst allgemeines über Flakbunker: Es gab nur drei Städte, in denen überhaupt Flakbunker dieser Größe gebaut wurden: Berlin, Wien und Hamburg.
In Berlin wurden zwischen 1940 und 1943 drei Flaktürme gebaut, von denen mittlerweile nur einer noch halb steht. Der Verein “Berliner Unterwelten e.V.” bietet in dieser Flakturmruine am Humboldthain Führungen an.
In Wien wurden von 1942 bis 1943 ebenfalls drei Flaktürme errichtet - diese sind auch heutzutage alle noch vorhanden.
In Hamburg wurden zwischen 1941 und 1943 zwei von ebenfalls drei geplanten Flakbunkern gebaut. Diese beiden existieren heute noch.
Je drei Flaktürme wurden in Dreiecksform um das Stadtzentrum herum gebaut, um so angreifende Flieger mit Hilfe der angegliederten Leittürme abwehren zu können.
Der Flakturm (auch Gefechtsturm oder G-Turm genannt) und der Leitturm (L-Turm) wurden in einiger Distanz voneinander entfernt gebaut, damit die Detonationen der Flak auf dem Dach (Gefechtsplattform) des G-Turmes und die damit verbundene Rauchentwicklung und Vibrationen, die auf dem Dach des Leitturmes (Messplattform) untergebrachten Gerätschaften in ihren Messungen nicht beeinträchtigen konnten.
Um das Zentrum zu schützen wurde Sperrfeuer errichtet. Sperrfeuer zu schießen war ganz alleine eine Sache der Mess-Staffel. Es gab "X"- und "Y"-Sperrfeuer, welches bei ansonsten unklarer Zielauffassung (der Bomber) gelegt wurde. Fiel die eigene Mess-Staffel (durch Treffer) aus, so bediente man sich der Werte der Nachbarbatterien, die auf die eigene Stellung transponiert wurden.

Mit Ihrer Fertigstellung waren die Türme trotz modernster Technik bereits veraltet, ein ähnliches Schicksal erlitten ja auch Westwall und Atlantikwall.
Planer der Flaktürme war der Stadtplaner Friedrich Tamms, den Bau führte die “Organisation Todt” (OT) durch. Auch hier mussten tausende Zwangsarbeiter und Fremdarbeiter für das Nazi-Regime arbeiten.
Insgesamt gab es drei Bauarten für Flaktürme. Der Flakturm IV Hamburg ist ein Flakturm der Bauart I - von dieser Bauart sind insgesamt vier Türme gebaut worden. Die anderen drei Flaktürme der Bauart I standen einst in Berlin - heute sind sie längst abgerissen.
Der Flakturm IV Hamburg bot, wie alle anderen je gebauten Flaktürme auch, die Möglichkeit einer vollständig selbständigen Versorgung. Im Ernstfall hatte die Besatzung der Türme sogar eine eigene Strom- und Wasserversorgung, sogar ein eigenes Krankenhaus. Die Flakbunker sollten auch Gasangriffen standhalten.
Der L-Turm trug auf seiner Messplattform ein einfahrbares Radargerät “Würzburg Riese” Regelbau FuMG 65. Der Durchmesser der Parabolantenne des Radars betrug 7,5 Meter. Der zuständige Leitturm des Flakturms IV Hamburg wurde in den Jahren 1973/74 von der Deutschen Bundespost beseitigt.

Auf der Gefechtsplattform standen vier große Flaks.

Der Flakturm IV Hamburg steht auf dem Heiligengeistfeld - Feldstrasse 66 - der Ort in St. Pauli, an dem die Kirmes “Der Dom” zu Gast ist.
Der Flakturm IV gehört zu den größten jemals erbauten Bunkern. Der Grundriss misst 75x75 Meter und er hat eine Höhe von 39 Metern. Die Wandstärke beträgt 3,5 Meter, die Deckenstärke beträgt 5 Meter.

Dieser Flakbunker in Hamburg bot 18.000 Personen Platz.

 

Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld
Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld
Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld
Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld
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Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld
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Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld
Flakturm Hamburg Heiligengeistfeld

2. November 2003

Quelle: “Flaktürme”, Hans Sakkers, ISBN 90-76396-01-9

Einige der Infos stammen von Gustave H. Roosen, der Richtkanonier an Geschütz "Dora" auf Flakturm VI in Hamburg-Wilhelmsburg war. Er berichtet über diese Zeit auf seiner Internetseite www.gustave-roosen.de.

Dank auch an Leo J. de Vries von ww2sites.com für weitere Informationen.

Flakturm