Die zentrale Brechanlage der Steinbruchindustrie am Piesberg in Osnabrück

Die ehemalige zentrale Brech- und Aufbereitungsanlage der Piesberger Steinbrüche befindet sich unterhalb des Haseschachtgebäudes in der so genannten "Voßlinke" in unmittelbarer Nähe des Zechenbahnhofes. Sie wurde in den Jahren 1927/1928 erbaut.
Nötig wurde der Bau dieser zentralen Brechanlage, da die Produktion der Steinbrüche stetig wuchs und das Steinmaterial von nun ab gesammelt verarbeitet und abtransportiert werden sollte. Ein Zweiggleis der Zechenbahn führte nun direkt unter die neue Brechanlage, von wo aus die Eisenbahnwaggons von oben aus den Bunkern beladen wurden. Das im Steinbruch abgesprengte Haufwerk wurde mit einem Schwerlastkran in die oberen Einfülltrichter der Betonanlage gehoben und eingefüllt.
In der Brechanlage selber konnte das Brechgut je nach Bedarf auf verschiedenste Größen von 600 mm bis 250 mm Durchmesser heruntergebrochen werden.
Danach wurde das Material gewaschen, nochmals gebrochen und der Bahn zugeführt.
Die Endprodukte wie Splitte, Edelsplitte und Schotter wurden zum größten Teil im örtlichen Strassenbau verwendet.
Hinter der Brechanlage in einer Steilwand befindet sich der ehemalige Stollen, der die Tagebaue untertägig mit der Brechanlage verband. Früher befand sich in dem Stollen eine Gleisstrecke. Heute dient der Förderstollen nur noch zur Entwässerung des Piesbergs. Der Stollen kann leider nicht befahren werden, da sich auf dem Liegenden eine etwa 120 Zentimeter starke Lehm- und Schlammschicht (Nougat) befindet.
Zudem ist der Förderstollen stark Einsturzgefährdet...

Text: Olly
Fotos: Olly und Christian
Quelle: Die Industrie-Kulturlandschaft Piesberg, Rolf Spilker, Rasch Verlag Bramsche, ISBN: 3-932147-28-6
Compi: Georg

(c) D7GT 2005
 

Gleisstrecke zur Brechanlage
Zentrale Brechanlage
Stollenmundloch
Förderstollenstrecke
Brechanlage