Der Hasestollen in Osnabrück
Besucherbergwerk

Hasestollen - Piesberg - OsnabrückDer Hasestollen befindet sich im Wiehengebirge, im Norden der Stadt Osnabrück. Ein Teil des Stollens wurde in das Museum der Industriekultur, welches sich in dem ehemaligem Schachtgebäude der Zeche Haseschacht befindet, integriert. Er gehört zweifelsohne zu den Attraktionen des Museums. Nach einem Besuch des Museums, in dem viele Artefakte und Wissenswertes aus der Altbergbauzeit der Steinkohlenzechen rund um den Piesberg gezeigt werden, sollte man es in keinem Fall versäumen den Hasestollen zu besichtigen. In dem ehemaligen Haseschacht wurde ein gläserner Fahrstuhl errichtet, welcher direkt 30 Meter Tief auf die Hasestollensohle führt.

Unter Tage angekommen, kann man sich in aller Ruhe die Reste der alten Wasser- und Wetterhaltungsmaschinen anschauen. Der begehbare Teil des Hasestollens ist beleuchtet und hat eine Länge von etwa 260 Metern. Der Hasestollen wurde weitgehend im Originalzustand belassen, lediglich das Hundsgestänge wurde entfernt und durch besucherfreundlichen Schotter ersetzt. Die ehemalige Wasserrösche wurde ebenfalls zum Teil aufgewältigt und kann befahren werden.
Geleucht ist nicht erforderlich, da der Hasestollen beleuchtet ist.
Bandabspielungen per Lautsprecher vermitteln dem Besucher ein Flair der Untertagearbeit der Kumpel, die hier die geförderte Steinkohle durch den Hasestollen zum Zechenbahnhof förderten.
Infotafeln und Akustische Hörbeispiele erklären dem Bergbauinteressierten viele unbekannte Bezeichnungen wie: Hunde, Füllörter, Wetterlutten und Bergregale...
Hasestollen - Piesberg - OsnabrückDes weiteren wird ein Zeitzeugenbericht einer älteren Dame abgespielt, die sich an den Hasestollen als Luftschutzstollen erinnert, und einige interessante Dinge zu berichten weiß.
Ebenso einzigartig sind auch die Pilzbewuchse in Nähe der Leuchtstoffröhren im Hasestollen.
Der Hasestollen hat eine Gesamtlänge von 2100 Metern und durchschlägt den gesamten Piesberg. Unterhalb des Haseschachtgebäudes ist die weitere Strecke des Stollens mit einer Betonplombe verschlossen. Nur zwei Wasserrohre pumpen die noch enormen Sümpfe des Förderstollens ab.
Der Hasestollen wurde zwischen den Jahren 1853 und 1856 erbaut. Im Jahre 1853 begann man den Stollen von vier Gegenörtern aus aufzufahren. Die Gegenörter waren das heutige Stollenmundloch unterhalb des Süberweges, das Lichtloch neben dem Fürstenauer Weg, die Tiefbausohle im Flöz Johannisstein und die Lücker Stollensohle.
Im Jahre 1856 kam es zum Durchschlag und der Hasestollen konnte seiner Funktion als Hauptförderstollen der Zechen am Piesberg tätig werden.


Er lag nun seiger unterhalb folgender Stollen im Piesberg:Wasserhaltungsmaschine - Hasestollen - Piesberg - Osnabrück
Lücker Stollen 21,12 Meter
Lechtinger Stollen 30,73 Meter
Mosberger Stollen 36,49 Meter
Lechtinger Oberstollen 50,00 Meter

Die hochwertige Anthrazitkohle wurde mit Pferdezügen aus dem Stüveschacht und aus dem Haseschacht zur Kohlenniederlage am Zechenbahnhof gefördert. Am Stollenmundloch befanden sich mehrere Huthäuser, in denen Werkstätten und die Bergwerksdirektion untergebracht waren. Die imposanten Gebäude aus Sandstein sind alle noch vorhanden und können besichtigt werden.
Der Steinkohlenbergbau am Piesberg, und somit auch der Hasestollen kam in den Jahren 1904/1905 wegen zu hoher Wassermassen zum erliegen.
Die Steinkohlengewinnung am Piesberg wurde lediglich nach dem Zweiten Weltkrieg (Notbergbau, siehe auch
Zeche Perm in Ibbenbüren) nochmals im geringeren Umfang wieder aufgenommen. Bis 1951 baute man nahe des Stüveschachts Steinkohle zur Hausbrandversorgung aus Restpfeilern der Hasestollensohle ab...

 

Die Exkursionen wurden an diversen Tagen des Jahres 2005 von fast allen vom 7Grad-Team samt Gästen durchgeführt.
Die Untertagefotos stammen von Georg und Christian
Ins Netz gestellt wurde der Bericht wie immer von Georg und Olly

[Quellen:]
Die Industrie-Kulturlandschaft Piesberg, Rolf Spilker, Rasch Verlag Bramsche, ISBN: 3-932147-28-6
Erz und Kohle - Bergbau und Eisenhütten zwischen Ems und Weser, Hans Röhrs, ISBN: 3-921290-62-7

(c) Sir Ollrich von Teutoburg 2005 / D7GT

 

Hasestollen - Piesberg - Osnabrück

 

Hasestollen - Piesberg - Osnabrück

 

Hasestollen - Piesberg - Osnabrück

 

Hasestollen - Piesberg - Osnabrück

 

Hasestollen - Piesberg - Osnabrück

 

Hasestollen - Piesberg - Osnabrück

Hasestollen