Ex-Munitionsdepot der britischen Streitkräfte in Münster

Von einem guten Bekannten (danke Hummel!) erhielten wir den Hinweis auf ein verlassenes Munitionsdepot der britischen Streitkräfte in der Nähe von Münster.

An einem Wochenende im Dezember liefen wir, ohne den genauen Standort zu wissen, los. Wir konnten das Gebiet lediglich auf ein paar km² eingrenzen. Nach circa drei Stunden wandern durch das Münsterland, hatten wie die Hoffnung beinahe aufgegeben. Wir dachten uns: ’Die eine Kurve noch, dann ist Schluss!’, doch als wir um die Biegung kamen sahen wir schon, dass wir doch noch Glück hatten. Wir sahen auf einer Lichtung ein paar Erdhügel.

Münsters SüdwallUnser geschultes Auge sagte uns sofort: Hier sind wir richtig!

Oben auf den Hügeln waren nämlich kleine metallene Lufthutzen zu sehen.

 

Lufthutzen

 

 

 

Anstatt sofort nachzuschauen, was sich auf der anderen Seite der Erdhügel verbarg, gingen wir die 500m lange Reihe der Erhebungen entlang.

Spannung muss sein!

 

www.7grad.0rg - Bunker in MünsterAm Ende der Erdhügelkette angelangt hatten wir endlich einen Einblick darauf, was sich rücklings befand.

Bunker an Bunker an Bunker, und das ganze 18 mal!

Selber Bunker!

 

 

 

 

 

Aber es gab nicht nur eine Reihe von 18 Bunkern, es gab drei Reihen mit JEWEILS 18 Bunkern!

Auf der rechten Seite ein schönes Panoramabild davon.

In Dreierreihe aufgestellt!!!Nicht nur das Suchen der Bunker hat uns angestrengt, wir waren auch ziemlich geschafft, als wir endlich den ganzen Schnee von den Bunkern gepustet hatten.

Links ein weiteres Übersichtsbild.

Panzertüren ohne Ende

 

 

 

 

Das Gelände erwies sich als wesentlich größer, als wir zu hoffen gewagt hatten - so nah bei Münster so viele Bunker, und trotzdem gut versteckt - das konnte alles nicht sein!

Alleine um die Wege auf dem Gelände abzugehen haben wir mehr als eine Stunde benötigt.

PanzertürdetailJeder, wirklich jeder der knapp 60 großen Munitionsbunker erwies sich als verschlossen. Da jeder Bunker mindestens zwei Tore hat, heißt das: An ungefähr 160 Toren rappeln, ob sie sich nicht doch vielleicht bewegen lassen.

Aber jede Tür ist durch ein Schloss gesichert.

Kabelsalat

 

 

 

 

Aber selbst  wenn es keine Schlösser gegeben hätte ist zu bezweifeln, dass wir die mit Sicherheit mehrere Tonnen schweren Stahltore, mit Maßen von 2x3 Metern überhaupt hätten bewegen können.

Die Elektrik jedenfalls scheint schon länger nicht mehr zu funktionieren...

Bunkernummer

Sämtliche Bunker sind durchnummeriert. Es gibt die Reihen A, B und C. Auf dem Bild sieht man ein Tor mit eben dieser Nummer und einem noch verbliebenen Wappen.

Beton im Wald

 

 

 

 

Neben den großen Bunkern gibt es aber auch eine Unmenge an kleineren Lagerbunkern - 69 Stück.

Einen von ihnen siehst Du auf der rechten Seite.

Auch diese Bunker waren beinahe alle verschlossen...

Mein Name ist Grau, Betona Grau

...beinahe!

Hier wurde die Mühe des Türenrüttelns endlich belohnt.

Einer der 69 Lagerbunker stand offen!

Innenaufnahme Bunker

 

 

 

Im Inneren haben wir dann noch ein paar Aufnahmen machen können.

Lagerhalle?

 

 

Auf dem circa 2x2 km großen Gelände befinden sich auch noch etliche einzeln stehende Gebäude, wie zum Beispiel das Gebäude links. Auch dieses war und ist verschlossen.

Zum Vergleich: der kleine schwarze Punkt im Schnee ist ein Bundeswehrrucksack.

 

Lagerbunker

Wir folgten den Wegen weiter und fanden noch diesen größeren Lagerbunker.

 Auch dieser war zu unserem Glück auf der Rückseite offen.

Verlassen

 

 

 

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen auch hier einen Blick zu riskieren.

Man beachte den kleinen schwarzen Punkt!

Der Raum steht komplett leer, und hat eine fantastische Akustik

Gewölbe

Der Bunker hat innen eine Größe von ca. 15x15 Metern und eine Deckenhöhe von 3,5 Metern.

Die Wandstärke von nur 30cm lässt darauf schließen, das hier keine HOCHexplosiven Materialien gelagert wurden.

Spuren im Schnee?

 

 

 

Hier noch einmal ein Bunker mit identischer Bauweise. Von dieser Baureihe gibt es auf dem Gelände insgesamt drei Stück.

Der Bunker links ist nicht offen.

 

 

Dies ist nur ein Teil des gesamten Geländes! Zum Ende hin dämmerte es so stark, dass wir von den danach entdeckten Bunkern keine weiteren Fotos mehr machen konnten. Außerdem mussten wir den ganzen Weg ja auch wieder zurücklaufen. Im Sommer wird es also auf jeden Fall eine Fortsetzung geben! Schließlich stehen auf dem Gelände an die 250 Munitionsbunker, die alle mit einem Blitzschutzsystem versehen sind.

 

 

 

Mun-Depot