Lazarettbunker

Lazarettbunker - Ostwand und Bienen
Lazarettbunker - rote Verklinkerung an der Ostseite
Lazarettbunker - Ostwand
Lazarettbunker - Brücke und
Lazarettbunker - Brückenbögen
Lazarettbunker - Haupteingang
Lazarettbunker - vermauerter Seiteneingang
Lazarettbunker - Seiteneingang
Lazarettbunker - Inschrift
Lazarettbunker - Als Burg getarnt
Lazarettbunker - Westseite
Lazarettbunker - Vergessene Bücher
Lazarettbunker - Müllhalde
Lazarettbunker - Belüftung
Lazarettbunker - Rückseite
Lazarettbunker - Isolatoren an der Außenwand
Lazarettbunker - Kamin und Lüfterturm
Lazarettbunker - Seiteneingang
Lazarettbunker - Brücke zum Hochbunker
Lazarettbunker bei Nacht

In direkter Nachbarschaft des 1. deutsch-niederländischen Corps, das aus Einheiten der 1. Panzerdivision Hannover (deutsch) und der 1. Mechanisierten Division Schaarsbergen (niederländisch) besteht, steht der 1941 bis 1943 errichtete Hochbunker auf dem Gelände der Jüdefelder Schanze, direkt an der Promenade in Münster.

Auf dem Bild sieht man Rück- und Ostseite der Luftschutzanlage, die direkt an Gebäude des 1. Corps grenzt. Der Graben dient heute einem Imker für die Bienenzucht - mitten in Münster.

Wir gehen um diesen Bunker von hier aus einmal nach rechts herum.

Das Bild links zeigt den vermauerten Zugang an der Ostseite des Bunkers. Die splittersichere Überdeckung wurde 2003 abgerissen, da durch diese Bauteile Wasser in den Hochbunker sickerte. Einer Planung der Stadt den Hochbunker an der Lazarettstraße als Aktenarchiv zu benutzen kam dies nicht entgegen. Seit Februar 2003 wurde mit umfangreichen Maßnahmen zur Trockenlegung begonnen.

Der Hochbunker wurde als Burg bzw. als Wehrbefestigung getarnt. Dadurch sollte er sich besser in das historische Stadtbild von Münster einfügen und bei Luftangriffen nicht als Bunker auszumachen sein.

Der Lazarettbunker ist der einzige Bunker in Münster, der auf diese Weise getarnt wurde.

Seit dem Jahr 2000 befindet sich der Bunker im Besitz der Stadt Münster.

Zu der Tarnung des Bunkers als Wehrbefestigung gehörte auch die Errichtung eines umlaufenden Wassergrabens, der mit Hilfe einer Brücke überquert werden konnte. Der Wassergraben führte allerdings nie Wasser, es gibt sogar Eingänge in das Innere, die nur durch den Wassergraben zu erreichen sind.

Weiter auf dem Weg um den Hochbunker mit seinen drei Etagen herum...

Auf dem Bild sieht man den Haupteingang, der in die zweite Etage führt (zu dieser Etage gab es fünf Zugänge), durch den Wassergraben erreichte man über insgesamt zwei Eingänge die erste Etage, die dritte Etage war nur von innen zu begehen.

Der Blick zum Haupteingang über die Brücke gesehen. Rechts und links (siehe unten) gab es zwei weitere Eingänge.

Der Bunker sollte 578 Menschen Schutz bieten.

Nach dem Krieg wurde der Hochbunker kurzzeitig als Gefängnis genutzt.

Der oben angesprochene linke Eingang auf der Brückenebene - heute vermauert.

Die weißen Leitmarkierungen sorgten dafür, dass Schutzsuchende den Eingang schnell und sicher fanden.

Der rechte Eingang auf der Brückenebene. Dieser Zugang wurde mit Gittern verschlossen. Im Inneren sieht man die Wendeltreppe, die in die dritte Etage führt.

Auch dieser Eingang ist mit Leitmarkierungen versehen worden.

Rechts vom Eingang steht diese Inschrift, sie bezeichnet wahrscheinlich die durchlaufende Baunummer dieses Hochbunkers.
15MÜS2 - von 15 in MÜNster geplanten Großbunkern ist dies der zweite der realisiert wurde.

Oben im Bild sieht man eine der Schutzscharten, die von innen gassicher verschlossen werden konnten.

Der Hochbunker von der Lazarettstraße aus gesehen.
Die alten Bäume, die im Graben des 3024 m² großen Grundstückes stehen, auf dem der Luftschutzbunker errichtet wurde, sind Naturdenkmäler innerhalb der Stadt Münster. Dazu gehören an dieser Stelle: eine große Rosskastanie und zwei alte Platanen.

Die Westseite - auch hier wurden im Rahmen der Maßnahmen zur Trockenlegung die Überdeckungen entfernt. Unter der Treppe befindet sich die Anlage zur Frischluftansaugung.

Wie so viele andere Objekte dient dieser Luftschutzbunker auch als wilde Müllkippe. Es ist erstaunlich, welche Energie Menschen aufbringen um Müll illegal zu entsorgen...

Man sieht hier den Zugang unter dem Treppenabsatz auf der Westseite.

Von innen - hier liegt noch mehr Müll. Der nächste Mülleimer befindet sich an dem Standpunkt von dem aus das obere Bild aufgenommen wurde - direkt auf dem Weg der Umweltverschmutzer...

An der Rückwand erkennt man Beschädigungen, die beim Abriss der Überdeckung entstanden sind.

Die Lufteinlässe für die Klimamaschine. In den Öffnungen haben Augenscheinlich Vögel genistet.

Isolatoren für Telefon- und Stromversorgung an der Außenwand der Luftschutzanlage.

Die Rückseite am Lazarettbunker. Im Hintergrund sieht man die eingangs gezeigten Bienenvölker.

Der Kamin und Lüfterturm des Lazarettbunkers.

Der untere Eingang in der westlichen Wehrturmnachbildung.

Unter der Brücke in der Wassergrabennachbildung.

Die östliche Wehrturmnachbildung bei Nacht.

Zum Schluss sei erwähnt, dass uns diese Anlage natürlich seit Langem bekannt ist. Nachdem sich Verhandlungen über eine Innenbesichtigung allerdings als sehr zäh erwiesen, entschlossen wir uns das Objekt trotzdem schon einmal von Außen vorzustellen (nicht zuletzt wegen vieler Nachfragen).
Wir hoffen allerdings Bilder aus dem Inneren einer der schönsten Luftschutzanlagen in Münster bald nachreichen zu können.

Der Bunker kann von außen jederzeit besichtigt werden. Er befindet sich an der Lazarettstraße Ecke Studtstraße.

Fotos aus den Jahren 2002, 2003 und 2004, Bericht aus Juni 2004

Update Juli 2004: Der Bunker ist kurz nach unserem letzten Besuch mit einem Metallzaun umzäunt worden. Es ist nicht mehr möglich sich dem Bunker zu nähern. Warum er umzäunt wurde ist uns nicht bekannt.

Lazarettstrasse