U-Verlagerung "Rost IV" / Zeche Amalia

U-Verlagerung U-Verlagerung "Rost IV"

Die Untertage-Verlagerung "Rost IV" befand sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Gelände der Zeche Robert Müser in Bochum.
Viel ist auf dem heutigen Indutriegelände von der U-Verlagerung nicht mehr zu entdecken. Eigentlich garnix. Von der Zeche an sich steht noch der Förderturm und eine kleine Kraftwerksanlage in der ansonsten bebauten Landschaft herum.
Über das Bergwerk gibt es weiter unten mehr zu lesen. Das Projekt "Rost IV" wurde Mitte 1944 vom Generalkommissar für Sofortbaumaßnahmen des Mineralölsicherungsplans ins Leben gerufen. Der Generalkommissar war Edmund Geilenberg. Die Anlage "Rost" gehörte somit dem sogenannten Geilenberg-Programm an. Bei den Vorhaben "Rost" handelte es sich um Reserve-Destillationsanlagen, welche durch den behelfsmäßigen Umbau von Dampfkesseln entstanden sind.
Die zur Destillation benötigten Dampfkessel waren auf fast allen Zechen zu finden. So auch in der Zeche Amalia. Der Umbau der Schachtanlagen zur Sammel-Destillieranlage dauerte nur ein paar Wochen. Die Anlage "Rost" dienten lediglich zur Reserve, falls eine Anlage "Ofen" ausfiel. Laut Wichert sollten die Projekte "Rost 1-6" in stillgelegten Fabriken untergebracht werden. Dieses war allerdings bei der Verlagerung "Rost IV" hier in Bochum nicht der Fall. Die Zeche stand 1944 noch in Förderung. Laut meinen Unterlagen war der Bauzustand gegen Ende 1944 mit "1" betitelt. Das heißt, dass die Anlage jederzeit Einsatzbereit war. Ob die U-Verlagerung "Rost IV" jemals angelaufen ist, ist unklar. Vor allem weil auch die nächste Anlage "Ofen" relativ weit entfernt, bei Brilon im Sauerland, lag. Der Produkteinsatz des Werkes sollte bei 8.000 Monatstonnen liegen.
Betreiber der Anlage "Rost IV" war die Firma Harpener Bergbau AG aus Bochum. Nach Robert Müser, dem Generaldirektor der Harpener Bergbau AG, wurde auch das Bergwerk im Jahre 1929 benannt.

U-Verlagerung Zeche Amalia - Altbergbau in Bochum

Die Steinkohlenzeche Amalia befand sich auf dem heutigen Gelände des Industriegebiets Robert Müser in Bochum-Werne. Das Bergwerk bestand zwischen den Jahren 1873 und 1928. Nachdem die Tagesanlagen erbaut, und der Schacht geteuft war, begann die Zeche Amalia im Jahre 1885 mit der Förderung des schwarzen Goldes. Auch eine moderne Kokserzeugungsanlage wurde im gleichen Jahr errichtet. Ein Jahr später wurde auf dem Zechenglände eine Brikettfabrik erbaut. Diese produzierte schon im ersten Jahr eine Menge von
2.250 Tonnen. Im Jahre 1887 verzeichnete die Zeche Amalia eine Fördermenge von gut 149.000 Tonnen Steinkohle. Drei Jahre später waren 425 Bergleute über- und untertage in der Grube beschäftigt. Die Kohlenförderung belief sich auf nun 180.000 Tonnen pro Jahr. Da sich das Grubenfeld stetig erweiterte, war man im Jahre 1892 gezwungen, einen Wetterschacht zu teufen. Nachdem der Wetterschacht 1893 in Betrieb ging, und die Bewetterung somit gewährleistet war, erlitt das Bergwerk einen tragischen Zwischenfall. Bei einer Schlagwetterexplosion unter Tage kamen sieben Bergleute ums Leben. 1895 hatte die Zeche 970 Beschäftigte, welche 226.000 Tonnen Steinkohle aus den Tiefbausohlen zu Tage förderten. Kurz vor der Jahundertwende wurde ein zweiter Wetterschacht abgeteuft. Im Jahre 1900 waren 1300 Leute auf der Zeche beschäftigt, die Jahesförderung lag bei 298.000 Tonnen. Danach, im Jahr 1902 erfolgte der untertägige Durchschlag mit der Zeche Neu-Iserlohn. Die Zeche Amalia ging 1928 zur Zeche Neu-Iserlohn über. Widerum ein Jahr später erfolgte der Zusammschluss aller Einzelzechen im Gebiet, darunter auch die ehemalige Zeche Amalia zur Großschachtanlage Robert Müser.U-Verlagerung

Zeche Robert Müser - Altbergbau in Bochum

Die Steinkohlenzeche Robert Müser endstand im Jahre 1929 aus dem Zusammenschluss der Zechen Amalia, Caroline, Heinrich Gustav, Neu-Iserlohn und Prinz von Preussen. Namensgeber der Zeche war der 1849 geborene Robert Müser (gestorben 1927).
Er war der damalige Generaldirektor der Firma Harpener Bergbau AG. Die gesamte Steinkohlenförderung wurden ab 1930 duch den neuen zentralen Hauptschacht (Arnoldschacht) zu Tage gehoben. Der Arnoldschacht diente auch zur Seilfahrt.
Auf den Fotos ist der originale Fördertum der Zeche Robert Müser zu sehen. Das Fördergerüst ist in Bauweise "Deutsches Strebengerüst" errichtet worden. Die vollwandige Konstruktion der Firma Dörnen ähnelt stark der "Klönne-Bauweise" von Fördertürmen. Dieses Gerüst unterscheidet sich von den Fördergerüsten der Bauart Klönne durch die Strebe, deren Beine durch ein K-Fachwerk ausgesteift wurden, sowie durch eine feste Verbindung von Schachtträgern und Führungsgerüst. Das Fördergerüst hat eine Höhe von 57,2 Metern und steht mittlerweile (seit 1990) unter Denkmalschutz. Bis zur Stilllegung der Zeche Robert Müser im Jahre 1968 förderte sie pro Jahr über 1.000.000 Tonnen Fett- und Eßkohle. Zeitweise hatte das Bergwerk über 7.000 Beschäftigte.

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