Splitterschutzzellen in Bochum

Splitterschutzzellen sind kleine "Einmannbunker", die allerdings (obwohl Bunker genannt) nicht bombersicher gebaut waren. Sie waren nur splitter- und schusssicher. Diese Schutzzellen wurden überall dort aufgestellt, wo einzelne oder verlassene Arbeitsplätze wie zum Beispiel Schrankenwärter oder Luftschutzwarner waren. Außerdem waren die Splitterschutzzellen auch in Industriegebieten und Gegenden ohne öffentlichen Schutzraum zu finden. Die Einmann-Bunker waren auch nicht gassicher. Der Insasse musste sich mit einer Gasmaske behelfen. Die ersten Splitterschutzzellen bestanden aus zusammengeschweißten Stahlplatten mit einer Stärke von 2-3 Zentimetern. Aus Kosten- und Transportgründen setzten sich aber ab 1941 die Splitterschutzzellen aus Beton durch. Diese Kleinstbunker gab es in den verschiedensten Ausführungen:
- Eizellen (eiförmige Bauweise) in einem Stück gegossen oder aus mehreren Fertigteilen zum Zusammenschrauben. (siehe auch:
Splitterschutzzelle in Lünen)
- Zylindrische Formen mit und ohne auswechselbarer Deckelplatte.
- Die projektilfömige große Schutzzelle der Firma Westermann. (Westermannzelle)
- Gemauerte Schutzzellen mit betonierter Deckenplatte. (siehe ebenfalls:
Splitterschutz in Lünen)
Desweiteren wurden auch größere Splitterschutzzellen mit 20-80 Zentimeter Wandstärke für fünf Personen gebaut. (wie in Hemer und Haltern, siehe unten!) Ab und zu wurden die Zellen auch in Brückenpfeilern oder Industriebauten integriert.

In Bochum selber sind nur noch drei Splitterschutzzellen erhalten (zuzüglich der Splitterschutzzelle aus Metall am Bergbaumuseum). Die unten gezeigte Schutzzelle steht auf einem ehemaligen Zechengelände in Bochum-Somborn. Es handelt sich um eine eiförmige Splitterschutzzelle aus drei einzelnen verschraubbaren Einzelteilen. Die Decke konnte auch bei diesem Einmannbunker ausgewechselt werden, falls sie beschädigt wurde. Diese Ei-Zelle diente als Beobachtungsstand, welcher dem dahinter liegenden LS-Stollen vorgelagert war.

Splitterschutzzelle in Bochum Somborn - Zur Verfügung gestellt von H. Schröder - Danke!

Splitterschutzzelle in Bochum SombornSplitterschutzzelle in Bochum Somborn

Splitterschutzzelle am Bergbaumuseum Bochum aus Metall:

Splitterschutzzelle am Bergbaumuseum Bochum aus MetallSplitterschutzzelle am Bergbaumuseum Bochum aus Metall

Laut Aussage des Museum handelt es sich hierbei um eine Splitterschutzzelle aus Stahl. Auf einen Schlitten montiert war sie innerhalb des Werkgeländes flexibel. Sie sollte vor Splittern bei Sprengungen Über Tage schützen, ob die Zelle auch im zweiten Weltkrieg als Splitterschutz diente ist nicht bekannt.

Mehrere Leser schrieben uns zu dieser Zelle E-Mails und fragten, ob es sich nicht um eine so genannte Dahlbusch-Bombe (Rettungskapsel bei Grubenunglücken) handelt. Dazu ist folgendes zu sagen: Diese Vollstahlzelle wäre viel zu schwer gewesen um effektiv bei Rettungseinsätzen der Grubenwehr benutzt werden zu können. Die angeschweißte Schlittenkonstruktion würde dem Zweck ebenfalls entgegenwirken. Bilder von einer Dahlbusch-Bombe findet man auf der Internetpräsenz des Bergbaumuseum in Bochum (klick).

 

 

 

Wie oben bereits erwähnt findet man nicht mehr alle damals vorhandenen Zellentypen in Bochum. Zur Verdeutlichung zeigen wir hier bauartähnliche Zellen aus anderen Bereichen NRW’s.

Splitterschutzzelle für fünf Personen in Haltern-Sythen:

Splitterschutzzelle für fünf Personen in Haltern-Sythen

Splitterschutzzelle für fünf Personen am Bahnhof Hemer:

Splitterschutzzelle für fünf Personen am Bahnhof Hemer

 

 

 

Splitterschutz