Bochum

Bergbaumuseum Bochum bei Nacht

Qualmende Schlote, rußbedeckte Bäume und Kohlenstaub sind schon lange nicht mehr die vorherrschenden Attribute des Ruhrgebietes, seit - einer Überlieferung nach - der Hirtenjunge Jörgen in den "Bochumern" Ruhrbergen um 1700 das erste Mal auf Kohle gestoßen und ihren Brennwert erkannt haben soll.

Bochum selbst wurde erstmals in einem Dokument der Kölner Erzbischöfe aus dem Jahre 1041 erwähnt und bekam am 8. Juni 1321 von Graf Engelberg II. von der Mark die Stadtrechte verliehen. Bis zu besagtem Fund blieb Bochum ein "Ackerbürger-Städtchen", das sich im Zeichen der Industrialisierung zu einer Großstadt entwickelte, deren Erscheinungsbild von Koksöfen, Brikettfabriken, Stahlwerken, Zechen und der entsprechenden Infrastruktur (Verkehr) gezeichnet war. Im Jahre 1906 arbeiten in Bochum 22.844 "Kumpels" (von ca. 120.000 Einwohnern) und befördern jährlich 5 Millionen t Kohle ans Licht. Im 2. Weltkrieg wird Bochum fast völlig zerstört. Während und noch einige Zeit nach dem Wiederaufbau spielt der Bergbau die wichtigste Rolle im Ruhrgebiet, das sich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weiter an den tertiären Sektor herantastet.

Seither ist es wieder grün im gesamten Pott geworden und wer versucht einen Zechenturm in Bochum zu finden, der wird seine Schwierigkeiten haben. 1971 wurde die letzte Bochumer Zeche stillgelegt und die Fördertürme verschwanden aus dem Landschaftsbild. Einzig über dem Deutschen Bergbaumuseum ragt noch ein Fördergerüst als Denkmal empor, doch selbst dieses stammt von der Zeche GERMANIA II aus Dortmund-Marten und wurde im Jahre 1972 über dem Mitteltrakt des Museums aufgebaut.

Fördertrum am Bergbaumueseum

Solltet ihr jemals vor dem DBM stehen, dreht euch mal um, geht zur Straße und schaut nach rechts. Wenn ihr dann dem Straßenverlauf folgt, gelangt ihr direkt nach Münster...

B51 - nach Münster...

Ich werde mich nun jedenfalls in die U35 Richtung "Ruhruniversität" setzen...

Mein Name ist übrigens "Tom"; ich begleite Georg und Olly gelegentlich auf ihren Exkursionen. Und da Bochum mit seinen ca. 400.000 Einwohnern und einer Stadtgebietsfläche von 145,40 Quadratkilometern sowohl meine Geburtsstätte als auch mein Wohnort ist, hoffe ich in Zukunft des öfteren an der Erweiterung dieser Seite mitarbeiten und immer weitere Informationen liefern zu können...

Nächster Halt: Bochum Hauptbahnhof

Bochum HBF - von hier ist es eigentlich ein leichtes, schnell und bequem die für uns wichtigsten Ziele zu erreichen - auch ohne Auto. Denn auch hier gibt es neben den bekannten Sehenswürdigkeiten, wie dem Bermudadreieck, dem Bismarckturm, Eisenbahnmuseum, der Jahrhunderthalle und einer enormen Anzahl an ehemaligen Zechengeländen alles was das Herz eines Bunkerfreundes begehrt:

Vernachlässigt man die über 10.000 Luftschutzkeller und 2000 Stollen, so bleiben neben 5 Tiefbunkern und 4 unterirdischen Rüstungsproduktionsanlagen (Eber, Maultier,
Salamander, Ratte) noch 15 Hochbunker, die in Bochum geplant und gebaut worden waren. Vor allem die Hochbunker sind noch alle existent - zum Glück -, denn in den letzten Jahren wurde immer wieder ein eventueller Abriss diskutiert, der angeblich laut UWG (Unabhängige Wähler Gemeinschaft) zum einen an zu hohen Kosten scheiterte und zum anderen dadurch verhindert wurde, dass sich lediglich 4 in städtischem Besitz befinden, während die anderen 11 vom Bundesvermögensamt Dortmund verwaltet werden.

Da die damaligen Architekten sich nicht so sehr an die Einheitsbaupläne für Bunker halten mussten, gibt es in Bochum einige architektonische Unikate, wovon der 7stöckige
Luftschutzturm an der Universitätsstraße wahrscheinlich der herausragendste ist und ein wenig an einen Zombeck-Turm erinnert. Desweiteren erwartet euch ein schönes Exemplar, dessen Verklinkerung nie fertiggestellt wurde...

...Tja, was gibt es noch zu sagen? Den Pott liebt man oder man hasst ihn, dazwischen gibt es wohl nichts - glaub ich. Aber sollte es euch doch einmal hierhin verschlagen, sucht mal das "Salsa" auf - lecker Mexikaner! Ich werd jetzt noch auf ein gemütliches Bier im ältesten, noch stehenden Haus der Bochumer Innenstadt einkehren. (Das "Altes Brauhaus Rietkötter" wurde 1777 gebaut.)

Brauhaus Rietkötter

 

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