Glücksburger Mittelstollen

Dickenberger OberstollenGrüntag in Ibbenbüren:
Björn und meine Wenigkeit waren wie so oft in Ibbenbüren unterwegs.
Diesmal wollten wir den Dickenberger Oberstollen suchen und finden. Nach einer erfolgreichen  Erkundung eines Luftschutzstollens waren wir gerade wieder dabei unsere Nasen in den Westhang vom Dickenberg zu stecken, als wir dieses besondere Prachtstück aus der Altbergbauzeit in Ibbenbüren fanden.

Hurra, der Glücksburger Mittelstollen!
Da unserer Meinung nach der Dickenberger Oberstollen verschüttet ist, und nur ein verlassener und verrosteter Fahrkorb vor dem ehemaligem Stollenmundloch seine Existenz verrät (siehe Bild rechts), waren wir über unseren Fund mehr als glücklich. Das Stollenmundloch vom Glücksburger Mittelstollen befindet sich gut versteckt unterhalb von Ibbenbüren-Dickenberg. Es ist mit einem Fledermausschutzgitter verschlossen. Das macht aber gar nichts, ist sogar gut!Glücksburger Mittelstollen
Wir legten vor dem Eingang in die dunkle Welt eine längere Pause ein und erkundeten die Stollenstrecke, indem wir durch das Gitter schauten. Der Glücksburger Mittelstollen wurde als Halbtonnengewölbe in den Berg getrieben. Er war, wie der Name schon vermuten lässt, einer der drei Förderstollen der Zeche Glücksburg in Ibbenbüren. Die Zeche Glücksburg baute Steinkohle, genauer gesagt Anthrazit-Kohle ab. Sie befand sich im Ibbenbürener Westfeld.
Der aus Sandstein gemauerte Stollen hat eine Höhe von etwa 1.80 Meter. Unsere Lampen leuchteten den Stollen gut aus, so dass wir sehen konnten, dass der Stollen vollkommen trocken ist und in den ersten einhundert Metern keine Flügelörter aufweist. Aufgefahren wurde der Stollen im Jahre 1811. Der Glücksburger Mittelstollen hat eine Länge von 1046 Metern. Nach diesem Vortrieb gelang der  Durchschlag zum schon bestehenden
Dickenberger Tiefenstollen. Der Dickenberger Tiefenstollen entwässerte so auch die Grube Glücksburg. Der Stollen wurde zwar noch verlängert, aber über die genaue Länge gibt es leider keine konkreten Angaben. Auf die Stollenstrecke wurden folgende Schächte geteuft: Amalie, Albrecht, August, der sog. A-Schacht, B-Schacht, C-Schacht, D-Schacht, E-Schacht, Karl und Gottlieb. Glücksburger Mittelstollen
Auf den Glücksburger Mittelstollen wurden außerdem noch fünf Lichtlöcher geteuft. Diese waren allesamt tonnlägig und dienten der Wetterführung sowie der Ein- und Ausfahrt der Zeche Glücksburg.
Soviel zum Glücksburger Mittelstollen. Nachdem wir einige Fotos durch das Gitter geschossen hatten und unseren Kaffee ausgetrunken hatten verließen wir das Wiehengebirge wieder...


Alles von Eismann, Glückauf!
Danke an Flatti und Georg

[Quelle:]
Der Ibbenbürener
Steinkohlenbergbau
Röhrs & Rickelmann
Verlag: Schöningh, Paderborn
ISBN:
3-506-77224-4

 

Gluecksburger