Altbergbau in Ibbenbüren - Die Zeche Perm

Beschilderung an der ehemaligen Zeche PermBei der ehemaligen Zeche Perm handelte es sich um einen der so genannten Notbergbaubetriebe im Ibbenbürener Revier.
Die Notbergbaue entstanden aus dem Kohlemangel infolge des zweiten Weltkrieges heraus, wo kostengünstig in oberflächennahen Bereichen nach zusätzlicher Steinkohle geschürft wurde. Der erste Notbergbau in Ibbenbüren entstand 1950. Es war die Zeche "Alte Windmühle" nahe dem
Marianneschacht, wo bis 1952 das Flöz Buchholz mit etwa einhundert Bergleuten angefahren wurde. Danach folgten die weiteren Notbergbaue "Windmühle 2" an der Recker Strasse, sowie die "Zeche Bomberg", die sich ebenfalls auf dem Dickenberg in Ibbenbüren befand. Noch heute zeugen Straßennamen von den ehemaligen Notbergbaubetrieben in Stollenhausen.
Die hier nun vorgestellte ehemalige Zeche Perm lag aber nicht wie die oben genannten Zechen auf dem ehemaligen Westfeld in Ibbenbüren. Die Zeche Perm befand sich am südlichen Rand des Schafbergs nahe des Südschachts und lag auf, bzw. neben dem Ostfeld, wo heutzutage immer noch Steinkohle gefördert wird. Der Notbergbaubetrieb "Zeche Perm" hatte nichts mit der gleichnamigen Metallerzgrube Perm zu tun, welche sich ganz in der nähe befand, aber viel älter war. Die Steinkohlenzeche Perm wurde 1951 eröffnet. Die Kohle wurde aus den beiden Flözen Glücksburg und Bentingsbank abgehauen.
Durch einen
tonnlägigen Schacht gelangten die Bergleute in die Strebe, wo sie mit Abbauhämmern die Steinkohle aus den Flözen brachen. Mittels Schüttelrutschen wurde die noch nicht aufbereitete Kohle auf ein Förderband geleitet, welches durch den tonnlägrigen Schacht die Kohle zu Tage förderte.
Die etwa 60.000 Tonnen jährlich geförderte Menge an Steinkohle wurde dann mit LKWs zum Bahnhof Ibbenbüren zur Kohlenaufbereitung gebracht.
Am 29 Februar 1960 (wären eine Woche später hier gewesen, hätten wie eine 45-Jahr-Feier begehen können...) endete dieser letzte Notbergbau im Ibbenbürener Revier.
Die Überreste wie Verladestation, Trafohaus, Kohlebunker, Waschkaue, Werkstatt und anderer Gebäude. der Übertageanlagen der Zeche Perm sind heutzutage noch vorhanden. Allerdings sind die Industrieruinen stark verfallen. Die Gebäude sind sehr
EINSTURZGEFÄHRDET, sofern sie nicht schon zusammengefallen sind, was uns zur Warnung veranlasst: Die Nachahmung unserer Exkursion zu den Überresten der Zeche Perm ist nicht zu empfehlen!!

Erläuterung:
Tonnlägiger Schacht: Ein im 45° Winkel verlaufender von über nach unter Tage verlaufender Schacht zur Einfahrt oder zur Förderung

Trafohaus mit Verladestation
Heizungsanlage

Bürogebäude
Waschbecken

Eingestürzte Decke
Sicherungskasten

Aus der Werkstatt - Blick auf die Waschgebäude
Kohlebunker

In Stollenhausen unterwegs waren: Björn und Olly
Text und Fotos von: Olly
Websitegestaltung: Georg
Kaffeekocher vom Dienst: Björn


[Quellen:
Der Ibbenbürener Bergbau, Hans Röhrs, Verlag: IVD Ibbenbüren, ISBN: 3-921290-94-5]

(c) Februar 2005 / Das 7Grad-Team

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Zeche Perm