Ibbenbüren

Alte Lore in OsterleddeDie Stadt Ibbenbüren liegt im nördlichen Zipfel von NRW, circa 40km von unserer Zentrale Münster entfernt, eingebettet zwischen dem Wiehengebirge und dem Teutoburger Wald.
Ibbenbüren zählt 50.103 Einwohner (31.12.2002) und hat eine Fläche von rund 10.838 ha. Der größte Teil (mit einer Fläche von 7998 ha) ist entweder gar nicht oder nur wenig bebaut und dient der Forst- und Landwirtschaft.
Bekannt ist die Stadt Ibbenbüren nicht nur wegen dem hier ansässigen, größten Musikgeschäft der Welt (Musik Produktiv - ein Stammladen von mir und meiner Band), dem Freizeitpark mit Sommerrodelbahn und Märchenwald, dem Aaseebad, dem Auto- und Motorradmuseum und dem “Hockenden Weib” (Felsformation an den Dörenther Klippen), die der Sage nach entstand, als sich eine Frau, die vor einem Hochwasser flüchtete sich wünschte, sie solle zu Stein erstarren, sondern Ibbenbüren ist auch bekannt durch die hier ansässigen Bergbaubetriebe und dem damit verbundenen Kraftwerk auf dem Schafberg, welches Strom für die ganze Region erzeugt.

Seit dem frühen 16. Jahrhundert wurde und wird in Ibbenbüren Steinkohle gefördert. Der Nordschacht, abgeteuft auf 1.545 m war lange Zeit der tiefste Steinkohleschacht der Welt. Heute gehört er immer noch zu den tiefsten Schächten in Europa.
Der Volksmund spricht von Ibbenbüren als “die nördlichste Stadt im Ruhrgebiet”.
In Ibbenbüren spielt die Industrie nämlich seit jeher eine große Rolle. Schon seit dem späten Mittelalter gab es hier eine große Zahl von Erz- und Kohlengruben, seit der Industrialisierung haben sich auch eine Menge anderer Industriezweige in Ibbenbüren niedergelassen. Zu nennen sind hier vor allem die Baumwollindustrie, Webereien, Ziegeleien, der Maschinenbau, eine Brikettfabrik direkt am Bahnhof, sowie einige Glas- und Eisenhütten.

 

Bahnhof IbbenbürenObwohl im Rahmen des Strukturwandels, von dem ja auch das Ruhrgebiet betroffen war, viele dieser Firmen und Betriebe schließen mussten, ist Ibbenbüren auch heute noch eine bedeutende Industriestadt. Sägewerke, Stärkefabriken für die Lebensmittel- und Tierfutterindustrie, viele Steinbrüche mit den dazugehörigen Sand- und Kalköfen sowie drei große Chemiewerke sind hier zu finden.
Die Lage des Industriestandortes Ibbenbüren war für die Ansiedlung der verschiedenen Firmen sehr günstig. Dies liegt einerseits an dem Wasserwegenetz mit den Kanalanschlüssen an den Mittellandkanal und den Dortmund-Ems-Kanal, andererseits an dem günstig gelegenen Schienenverkehrsnetz. Schon früh verlegte die Hannoversche Eisenbahngesellschaft ihre Gleise durch das Aatal und erschloss Ibbenbüren so mit zahlreichen Haltepunkten. Heute halten die Züge allerdings nur noch an den drei Bahnhöfen “Esch”, Hauptbahnhof und “Laggenbeck”.
Auf dem Weg über das 577 km lange Straßennetz der Stadt Ibbenbüren fallen einem immer wieder die vielen Sandsteinhäuser und Zechensiedlungen ins Auge, die nach wie vor das Stadtbild deutlich prägen.
Unter den Straßen Ibbenbürens verborgen liegt eine weitere Besonderheit der Stadt: das Kanalisationssystem.

Der SchafbergMit einer Länge von gut 400 km ist zwar nicht besonders lang, dafür ist es aus den verschiedensten Faktoren heraus zusammengewachsen. So finden sich unter den Straßen auch heute noch Stollensysteme aus der Zeit, in der der Altbergbau noch nicht alt war. Diese Stollen sind schon in der Vergangenheit für die Entwässerung der Grubenfelder benutzt worden. Heute ist es schwer zu trennen, was nun Kanalisation und was Grubenentwässerung ist, nur am Geruch kann man das auseinander halten. So treffen Kanalarbeiter auch jetzt noch immer wieder auf alte Gleisbetten und LS-Stollen. Trotz der starken Industrie ist ein Fakt beinahe nicht zu glauben: Egal an welcher Stelle man sich in Ibbenbüren befindet, der nächste bewaldete Hügel ist nicht weiter als zwei Kilometer entfernt, und darüber hinaus auch meistens zu erspähen. Durch diese Mischung aus Industrie und Natur, Zerfall und Renaturierung bin ich damals schon mit meinem heutigen Hobby in Berührung gekommen. Ich habe viel Zeit damit verbracht, den Großraum Ibbenbüren zu erwandern und die umliegenden Orte mit ihren Industrieruinen näher zu erkunden. Sowohl die Natur selbst, als auch alte Industriebrachen waren dabei für mich immer schon von großem Interesse. Als Wandergebiet (gerade auf dem Hermannsweg von Ibbenbüren nach Detmold) ist die Region rund um Ibbenbüren nur zu empfehlen.

Chemieindustrie in IbbenbürenTrotz starker Luftangriffe durch alliierte Bomber auf Ibbenbüren in der Zeit des Krieges, findet man heute kaum noch Reste alter Bunkeranlagen. Dies hat zwei Gründe: Erstens wurde Ibbenbüren während des Krieges zu großen Teilen zerstört, zweitens wurden in Ibbenbüren kaum große Bunkeranlagen und gar keine Hochbunker errichtet. Die Bevölkerung suchte Schutz in kleineren Luftschutzbunkern und Rohrdeckungsgräben, zum größten Teil aber in Luftschutzstollen, die in Steinbrüchen oder in Steilhängen in den Fels getrieben wurden.
Zusätzlich gab es zum Schutz der Bevölkerung reichlich vom Bergbau her stammende, vorhandene Tiefstollen, in denen Platz für viele tausend Menschen war.

 

 

 

 

Ortseingang Ibbenbüren am RochusbergDas 7Grad-Team wird sich im Bereich Ibbenbüren also vor allen Dingen den Relikten aus dem Altbergbau widmen, sie besuchen und hier dokumentieren. Berge, durchlöchert wie feinster Schweizer Käse haben uns schon immer magisch in ihren Bann gezogen.
Die verbliebenen Reste der Zechenanlagen, wie Zechengebäude, alte Kauen, Luft- und Wetterschächte, Lichtlöcher und natürlich die Stollen rund um Ibbenbüren aus dem Altbergbau und Pingen aus der Zeit der Pachtgruben und widerrechtlich angelegten Privatstollen werden auf unserer Internetseite einen besonderen Stellenwert einnehmen.
Doch dazu mehr in unseren einzelnen Rubriken..

 

 

gez.: Olly
Münster, den 14. April 2004

 

Krankenhaus St. Elisabeth in IbbenbürenNoch was: Heute vor 858 Jahren wurde Ibbenbüren das erste mal urkundlich erwähnt...

    Promis!?
    - Klaus J. Behrendt, früher Bergmechaniker auf der Zeche Oeynhausen, heute Tatortkommissar Ballauf
    - Donots “Punkband”

    Danke
    - an Katja und Klaus-Otto von der Stadtbücherei Münster, die immer den auswärtigen Leihverkehr nach meinem großen Regionalliteraturbedarf durchsuchen müssen.
    - an Hans Röhrs für die vielen Bücher, die er über Ibbenbüren und Umland geschrieben hat.

Grüße an: Christel, Witte, Bautz, Asta, Socke und Elke und an alle, die mich noch von irgendwoher kennen...

...wer noch wat will: Unser Kontaktformular!!

 

 

Die Fackel auf dem Dreikaiserstuhl

 

 

 

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