Reigerstollen

ReigerstollenWie viele Zechen im Muttental, baute auch die Gewerkschaft Reiger das Steinkohleflöz Geitling ab.
Die Zeche Reiger war eine der ältesten im Muttental. Sie wurde erstmalig 1695 erwähnt. Zu dieser Zeit gruben die Bauern aus der Nachbarschaft nach Steinkohle für den Eigenbedarf.
Das Flöz Geitling hatte eine Mächtigkeit von 1,5 Metern und wurde mittels tonnlägigen Schächten abgebaut. Das Stollenmundloch von dem ehemaligem Förderstollen Reiger ist heute noch vorhanden. Es befindet sich in der Hardensteiner Muhle im Muttental und führt in Richtung Osten in den Berg.
Im Jahre 1755 arbeiteten fünf Bergleute im Reigerstollen. Die erste Aufzeichnung bezüglich der Ausdehnung der Zeche Reiger datiert auf den 29.06.1784, wo die Stollenstrecke eine Länge von 200 (preußische) Lachter (418 Meter) hatte. Die Ausbeute aus der Zeche ReigReigerstollener war von sehr guter Qualität und wurde über einen langen Schiebeweg aus Brettern zur Kohlenniederlage an der Ruhr gefahren. Von dort aus wurde die begehrte Stückkohle verschifft. Doch der umständliche Transport zur Ruhr behinderte die weitere Ausdehnung des Zechenbetriebes zunehmend, so dass ab dem Jahr 1785 über die Verlegung von  Hundsgestänge (Schienen) nachgedacht wurde. Dieses erübrigte sich allerdings, als der
Vereinigungsstollen im Jahre 1805 fertig gestellt wurde und der Transportweg nun untertägig verlief. Als die Ruhrschifffahrt bedingt durch die Kriege mit Frankreich vorübergehend still lag, förderte die Zeche Reiger wieder durch einen alten tonnlägigen Schacht und verkaufte die Kohlen in das benachbarte Bergische Land. Als 1816 die Förderung durch den Vereinigungsstollen wieder aufgenommen wurde, erreichte die Zeche Reiger eine Jahresförderung von gut 41.658 Ringel Steinkohle. Die höchste bekannte Ausbeute aus der Zeit davor hatte die Zeche Reiger im Jahre 1796 mit 50.022 Ringel Steinkohle. (1 Ringel entspricht etwa 75 bis 105 Kg) Noch im Jahre 1832 erwirtschaftete die Zeche eine Jahresförderung von 56.191 Scheffel Steinkohle, ehe sie 1834 stillgelegt wurde. Die Steinkohlen im Reigerstollen und dessen Abhauen waren erschöpft...

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