Vereinigungsstollen

VereinigungsstollenAuch den Vereinigungsstollen fanden wir bei unserer Wanderung durch das Muttental. Das Stollenmundloch befindet sich in der Nähe der Burgruine Hardenstein, unweit der Ruhr. Der ehemalige Förderstollen dient heute immer noch zur Entwässerung der ehemaligen Zechen Carthäuserloch, Morgenstern, Wesselbank und Reiger. Der 300 Meter lange Vereinigungsstollen wurde 1803 aufgefahren. Die vier oben genannten Zechen beteiligten sich gleichermaßen an dem Bau des Stollens, weswegen er auch Vereinigungsstollen heißt. Der Stollen wurde so angelegt, dass er die Steinkohlenflöze an deren tiefsten Stellen erreichte.

Vereinigungsstollen

Dadurch wurde gewährleistet, dass das anfallende Grubenwasser optimal abgeleitet wurde. Weitere Vorteile, die sich aus dem Bau des Stollens ergaben, waren die Wetterführung, die sich enorm verbesserte, und die Verkürzung der Transportwege der Steinkohle. Die Kohle musste von nun ab nicht mehr aufwendig mit Schubkarren über Umwege durch das bergige Gelände zur Kohlenniederlage an der Ruhr transportiert werden. Damit die Bauzeit des Vereinigungsstollens möglichst kurz war, wurde der Stollen von  drei Stellen aus gleichzeitig voran getrieben:

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    1. Von der Stollenstrecke des Flözes Morgenstern arbeiteten sich die Bergleute in Richtung Norden des heutigen Stollenportals vor.
    2. Gleichzeitig trieb man den Stollen in Richtung Süden zur Tiefbauzeche Carthäuserloch voran.
    3. Der dritte Ansatzpunkt zum Stollenbau war und ist das heutige Stollenmundloch.

VereinigungsstollenFertiggestellt wurde der Vereinigungsstollen im Jahre 1805 und die Zechen förderten durch ihn ihre Stückkohlen zunächst weiterhin mit Schubkarren. Die Schubkarre wurde über im Stollen ausgelegte Bretter geschoben. Zwischen den Jahren 1807 und 1808 wurde das Gleisbett bestehend aus Bohlen und Holzschienen für eine Schmalspurbahn im Stollen verlegt. Die Kohlen wurden von da ab in Holzloren mit eisernen Rädern transportiert. Eine Lore hatte ein Fassungsvermögen von etwa 6 Ringel und eine Spurweite von 21 Zoll (1 Zoll - 0,02615 Meter ). Doch leider waren die Loren aus einem schlechtem Material gebaut, und hielten nicht lange der Belastung im Stollen stand. Schon nach einigen Einsätzen zerbrachen die Loren und der Förderbetrieb kam immer wieder zum Erliegen. Wie lange der Betrieb durch den Förderstollen noch aufrecht erhalten wurde, lässt sich heutzutage leider nicht mehr rekonstruieren. In der uns vorliegenden Literatur fehlen leider diese Angaben. Die letzte Eintragung ist aus dem Jahre 1815, wo das Huthaus (erbaut 1805) am Stollenmundloch um eine weitere Etage aufgestockt wurde. Das ehemalige Huthaus am Vereinigungsstollen ist heute nicht mehr vorhanden, kann aber anhand von historischen Aufnahmen im Museum beim Besucherbergwerk Nachtigallstollen begutachtet werden. Der Vereinigungsstollen steht heute bis unter die Firste unter Wasser und kann nicht  mehr befahren werden...

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