Zeche Nachtigall

Industriemuseum und Besucherbergwerk Zeche Nachtigall in Witten

Zeche NachtigallDie Geschichte der Zeche Nachtigall begann 1714. Es waren vermutlich zwei Bauern, die für eine "Kohlbank im Hettberger Holtz" das Recht erwarben, Kohle abzubauen. 1743 kaufte der Freiherr von Elverfeld dieses Steinkohlenbergwerk. Es hieß nun "Nachtigall am Hettberg". Um 1800 begannen die ersten Zechen, mit Schächten die tieferliegenden Kohleflöze zu erschließen. Doch der Schritt vom Stollenbau zum Tiefbau war nur durch den Einsatz von starken Dampfmaschinen möglich, mit denen die Kohle gefördert und das Wasser aus der Grube gepumpt werden konnte. Auf der Zeche Nachtigall schloss sich Ludwig von Elverfeld mit den Eigentümern der benachbarten Zechen zusammen, um den Schachtbau und die notwendige Maschinenausstattung zu finanzieren. Schacht "Neptun" wurde ab 1832 abgeteuft, 1839 folgte Schacht "Hercules". Um 1850 gehörte Nachtigall mit über 500 Bergleuten zu den größten Zechen des Ruhrgebiets. Vierzig Jahre später stellte die Zeche wie viele andere Bergwerke an der Ruhr ihren Betrieb ein. Die Zeche Nachtigall liegt an der "Wiege des Ruhrbergbaus" südlich der Ruhr und gehört heute zu den herausragenden Denkmälern der Industriegeschichte. Förderschacht Hercules, das Maschinenhaus mit funktionstüchtiger Dampffördermaschine, der quadratische Kamin das Kesselhauses, das Werkstattgebäude und die ummauerte Kohlenniederlage an der Ruhr sind Zeugen der ehemals leistungsfähigsten Zeche des Reviers. Nach dem Ende des Bergbaus nutzte der Bauunternehmer Dünkelberg das verkehrsgünstig gelegene Gelände mit direktem Bahnanschluss, um eine Dampfziegelei, eine Maschinenfabrik und einen Steinbruchbetrieb aufzubauen. Der Nachtigallstollen und die Doppel-Ringofen-Anlage über Schacht Hercules erinnern an die Zeit zwischen 1897 und 1963, als hier Steine gebrochen, Ziegel gebrannt und zum Aufbau versand wurden. Später nutzten ein Schrotthändler und verschiedene Kleinbetriebe das Gelände, die Produktionsanlagen verfielen. In den 1970er Jahren wurden die Gebäude als Monumente der Industrialisierung im Ruhrtal in die Denkmalliste eingetragen. Die anschließende Restaurierung, Erforschung und Erschließung als Teil des Westfälischen Industriemuseums dauerte mehr als zwei Jahrzehnte. Rund um die Denkmäler von Zeche und Ziegelei zeigt das Museum heute die Bergbau-, Industrie- und Verkehrsgeschichte des Ruhrtals am Beispiel der wechselvollen Geschichte des Nachtigall-Geländes und seiner Umgebung. Über das persönliche Schicksal der Bergleute, Schiffer, Fuhrleute und Ziegler, der Unternehmer und Industriepioniere und ihrer Familien lernt man die Bedingungen kennen, unter denen die Menschen lebten und arbeiteten.

Westfälisches Industriemuseum - Zeche Nachtigall

Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Tel.: 02302-93664
www.zeche-nachtigall.de

Öffnungszeiten: Di.- So. :10-18 Uhr
Eintritt Museum: 2,40 Euro
Eintritt Besucherbergwerk: 1,00 Euro
(Erwachsene)

 

Bildergalerie “Zeche Nachtigall”

Zeche Nachtigall

Nordportal Nachtigallstollen - Zeche Nachtigall

Ringofen - Zeche Nachtigall

Grubenbahn - Zeche Nachtigall

Südportal nachtigallstollen -

Südportal Nachtigallstollen - Zeche Nachtigall

Nachtigallstollen - Strecke - Zeche Nachtigall

Abort im Nachtigallstollen - Zeche Nachtigall

Nachtigallstollen - Zeche Nachtigall

Zeche Nachtigall

 

Zeche Nachtigall