Das Muttental  - Altbergbau in Witten

Das Muttental in WittenDas Muttental befindet sich südlich der Ruhr zwischen den beiden Städten Witten und Wetter und gehört zum Stadtteil Witten-Bommern. Die Stadt Witten hat heute etwa 110.000 Einwohner und liegt im Ennepe-Ruhr-Kreis. Durch die waldreiche und hügelige Region des Naherholungsgebietes Muttental fließt der Muttenbach, der der Landschaft den Namen gab. Für Altbergbauinteressierte ist das Muttental besonders Interessant, da hier ein Bergbaurundweg angelegt worden ist. Der neun Kilometer lange Rundweg entstand schon im Jahre 1972 und wurde immer wieder erweitert, bis er 1999 die heutige Beschilderung erhielt. Hier sind auf relativ kleinem Raum zahlreiche Relikte und Spuren aus einer 450 jährigen Bergbaugeschichte zu finden. Der Besucher findet im Muttental viele Stollenmundlöcher, Pingen, Schächte, alte Zechengebäude und andere Relikte beim Spaziergang. Der Bergbauwanderweg ist ein wichtiges und sehr zu empfehlendes Freilichtmuseum geworden. Es lohnt sich in jedem Fall das Muttental einmal zu besuchen und den Rundweg zu erwandern. Ebenso Interessant sind auch die Museen, die sich ebenfalls an der Bergbauroute befinden. Die Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Muttental reicht bis in das Mittelalter zurück. Die erste Erwähnung von Kohle in Witten stammt aus dem Jahre 1525. Das Muttental liegt in einem Gebiet, in dem unter Lehm und Mutterboden die Steinkohlenflöze des oberen Karbons zutage treten. Die Flöze sind vor rund 300.000.000 Jahren aus riesigen Sumpfwäldern entstanden. Das Muttental in WittenDie Wälder sind immer wieder vom Meer überschwemmt und mit Ton und Sand bedeckt worden. So bildete sich eine Schichtenfolge, in der sich Sandsteinbänke, Schiefertonschichten und die Kohlenflöze abwechselten. Ein schönes Beispiel hierfür ist die Steilwand im Steinbruch Dünkelberg. Da, wo die Steinkohle zutage trat, gruben unsere Vorfahren zunächst im Tagebau nach den Kohlen. Sie folgten den Flözen ein paar Meter in die Erde und mussten dann wieder abbrechen, da der Grubenbau drohte einzustürzen. Danach begann man einige Meter daneben erneut nach dem schwarzen Gold zu graben. So entstanden zahlreiche Löcher und Gräben im Waldboden. Diese Löcher werden Pingen genannt. Da die oberflächennahe Kohle wegen der Verwitterung nur sehr schlecht brannte, war man gezwungen tiefer in das Erdreich vorzustoßen. Dieses wurde mit tonnlägigen Schächten erreicht, welche den Kohleflözen nach unten folgten. Die Förderung zu Tage wurde nun mit Körben und Tonnen bewältigt. Auch das in der Zeche zusammenfließende Wasser musste mit Eimern abgeschöpft werden, da sonst wieder der Einsturz der Zeche drohte. Im 18 Jahrhundert weitete sich der Steinkohlenbergbau stark aus, da die Nachfrage immer größer wurde. Von den Tälern her wurden nun Stollen in den Das Muttental in WittenBerg getrieben, die mit einem Schacht verbunden waren. So konnte in zwei Richtungen gefördert werden, das Wasser konnte abfließen und die Zechen waren von nun an gut belüftet. Als die Steinkohlenvorräte über den Stollensohlen erschöpft waren, begannen wagemutige Unternehmer große Tiefbauzechen, wie man sie heute kennt, anzulegen. Ein Tiefbauzeche bestand aus einem oder mehreren seiger geteuften Schächten, von welchem waagerechte Sohlen zu den einzelnen Flözen führten. Diese Tiefbauzechen waren sehr groß mit vielen Arbeitern und einer hohen Förderung...

...Im Muttental gab es hunderte von Zechen. Das war der Hauptgrund für uns, das Altbergbaugebiet Witten einmal zu besuchen. Doch ein Tag reicht bei weitem nicht aus, die Reste des Bergbaus im Ruhrrevier auch nur annähernd zu erkunden und erforschen. Selbst die 30 Stationen des Bergbaurundweges haben wir nicht geschafft.
Naja, so haben wir ein guten Grund um nochmals wieder zu kommen....

Muttental