Westwall in Dahlem-Kronenburg/Eifel

Die Bauform der hier dargestellten Bunkerkonstruktion wurde vom Regelbau 23 des Limes-Bauprogramms von 1938 abgeleitet. Auch hier handelt es sich um einen MG-Schartenstand. Die Ähnlichkeiten sind groß, Abweichungen gibt es nur dadurch, dass der hier gezeigte Bunker durch einen Stollen zu betreten ist. Das liegt an der Hanglage des Bunkers, der in den dortigen Bahndamm eingebaut wurde. Ferner wurde die Scharte leicht verändert ausgeführt und der Notausgang verläuft, anderes als beim regulären Regelbau 23, horizontal aus dem Hügel hinaus.

Stillgelegte Bahnstrecke in der EifelWill man den Bunker an der Kronenburgerhütte in Dahlem besuchen, muss man erst der stillgelegten Nebenbahn(romantik)strecke folgen. Auf der linken Seite vom Stausee aus gesehen liegt der modifizierte Regelbau 23 in Hanglage. Der Bunker ist gerade in den Sommermonaten leicht zu übersehen.

 

 

 

 

 

 

In den Bunker?!Der versteckt im Bahndamm gelegene Zugang zum Stollen des abgeleiteten Regelbau 23. Die flankierenden Stützmauern verhinderten ein Absacken der umliegenden Erdschichten. Die Betonwände wurden hier in Schildbauweise errichtet. Der Eingang liegt etwa fünf Meter höher als der Bahndamm. Die Treppe ist heute nicht mehr sichtbar. Auf der linken Seite sieht man die Steigeisen, die auf das Bunkderdach führen, sowie ein Panzergitter der Belüftungsanlage des Bunkers.

 

 

 

 

 

 

 


 

MG-SchartenöffnungAn der leicht modifizierten Schartenöffnung des MG-Schartenstandes wurde die Schartenplatte abgeschweisst. Die im Inneren stattgefundene Sprengung zeigt ihre Auswirkungen bis hierhin. An dieser Stelle kann man die Deckenstärke (1,5 Meter) erkennen. Oben befindet sich das Bunkerdach, auf das die vorher gezeigten Steigeisen führen.

 

 

 

 

 

 

SchachtAuf dem Bunkerdach:
Hier befindet sich im rückwärtigen, östlichen Teil des Bunkers ein etwa sechs Meter tiefer Schacht der vollständig betoniert ist.
Dieser weist Maße von 70x70cm auf und besitzt keine Steigeisen. Er bietet keinen Zugang zum Inneren des MG-Schartenstandes. Die Funktion ist unklar.

Nach unserer Vor-Ort-Recherche konnten wir keinen Zusammenhang zum Notausgang feststellen. Ein Leser unserer Seite gab uns aber den Hinweis, dass es sich sehr wohl um den Notausstieg handelt. Wir werden das bei der nächsten Besichtigung der Anlage klären...

 

 

RaumaufteilungEin Blick durch die Scharte nach innen.

Die Wände im Innenraum sind mit einem Muster versehen worden, dass augenscheinlich von der Bunkerbesatzung stammt.
Eine weitere Möglichkeit ist folgende: Nach dem Krieg sollen Einheimische den Bunker als “Notquartier” genutzt und die Malereien angebracht haben. Die Sprengung erfolgte erst nach deren Auszug. - Beide Versionen sind gleich wahrscheinlich.

 

 

 

Die Sprengung hat im Inneren die Raumordnung durcheinander gebracht.
Vorne im Bild sieht man den Bereitschaft- und Kampfraum, der ursprünglich von der rechts hinten zu sehenden Gasschleuse und dem Stollenzugang getrennt war.
Links hinten der heute verschüttete Notausstieg.
In der Trennmauer zwischen Gasschleuse und Notausgang befindet sich die den Eingang schützende Gewehrscharte.

(Grundriss siehe oben)

EingangsverteidigungDie Eingangsverteidigung:
Ein Blick durch die gassicher verschließbare Gewehrscharte in Richtung des Zugangsstollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

FestungskabelnetzReste des Festungskabelnetzes nebst künstlerisch anspruchsvoller Bunkerbemalung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hohlgang im BunkerDer Zugangsstollen:
Durch diesen Hohlgang konnte die fünf Mann starke Bunkerbesatzung den abgeleiteten Regelbau 23 betreten und verlassen. Verteidigt wurde der Zugang des Bunkers lediglich durch die oben gezeigt Gewehrscharte. Rechts im Bild die Reste des Festungskabelnetzes in diesem Westwallbunker.

Der Bunker sollte das Tal, in dem sich heute der Kronenburger Stausee befindet und die gegenüberliegende heutige B421 Richtung St. Vieth sichern.

 

 

 

 

 

 

 

ENDEWir machen uns nun auf den Weg weitere Relikte im Westwall zu erkunden.
Im Bild sieht man Georg, wie er neuen Taten entgegen schreitet.

 

 

 

 

 

 

August 2004

 

 

[Quelle (außer Fotos):
“Der Westwall  - Vom Denkmalwert des Unerfreulichen”
Führer zu archäologischen Denkmälern im Rheinland, Bd.2, Manfred Groß u.A.,
Rheinland Verlag GmbH Köln, ISBN: 3-7927-1668-2, 2. Auflage 1998

Hinweise von Lesern unserer Seite (in Bezug auf “Notausstieg” und Bemalungen)]

Grundriss Regelbau 23 modifiziert

Grundriss mit freundlicher Genehmigung des LVR aus: “Der Westwall - Vom Denkmalwert des Unerfreulichen”,
ISBN: 3-7927-1668-2

 

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