Die Geldernstellung

Auf den folgenden Seiten wollen wir die Anlagen der so genannten Geldernstellung zeigen.
Die Geldernstellung, die sich zwischen Kleve im Norden und Brüggen im Süden befand, verlief von Kleve-Kranenburg,
Nütterden über Goch, Goch-Kessel, westlich von Weeze verlief sie weiter Richtung Wemb und Twisterden, sowie Walbeck, Straelen, Wankum nach Lobberich, von wo aus sie dann südwestlich bis nach Brüggen verlief. Hier traf sie auf die Maas-Ruhr-Stellung (1944/1945).Regelbau 102V der Geldernstellung bei Goch-Kessel

Die Ausbauarbeiten an der Geldernstellung wurden im August 1939 aufgenommen, nachdem der Westwall durch Feldtruppen des Heeres besetzt worden war. Der Ausbau der Geldernstellung war nötig, da dieser Abschnitt bis jetzt nur mäßig durch das Grenzwachtregiments 26 gesichert war. Durch diese lückenhafte Befestigung an der Nordwestgrenze des Deutschen Reiches ging eine direkte Gefahr für das Ruhrgebiet aus. So wurden die ersten Erkundungen beauftragt. Am 8. September 1939 übernahm die Kommandantur der Befestigungen bei Aachen den Abschnitt Geldern.
Insgesamt wurde die Geldernstellung in sechs Regimentsbauabschnitte aufgeteilt. Zunächst sollten Standorte für insgesamt 434 Bunker (250 Mannschaftsbunker, 150 Maschinengewehrbunker, zehn Bunker mit Sechsschartenkuppeln, zwei Anlagen für Artilleriebeobachter und 22 Gefechtsstände) erkundet werden. Am 19. Januar 1940 wurde die Anzahl der unterschiedlichen Regelbauten jedoch auf zwei beschränkt, sowie die Anzahl der zu errichtenden Bauwerke auf 144 (6 Doppel-MG-Kasematten Typ 107 sowie 138 Mannschaftsbunker Typ 102V) herabgesetzt. Regelbau 102V der Geldernstellung bei Goch-KesselIm Endeffekt wurden jedoch nur 142 Bunker errichtet.
Bei den Mannschaftsbunkern der Geldernstellung handelt es sich ausnahmslos um Doppelgruppenunterstände vom Regelbautyp 102V. Im Gegensatz zum Regelbau 102 wurden die frontseitigen Wände von zwei auf drei Meter verstärkt, und der eigentlich im Regelbau 102 vorhandene Beobachtungsstand wurde nicht installiert. Ferner fehlten beim Regelbau 102V der Vorratsraum, der Munitionsraum und die Flankierungsanlage. So standen mit dem Regelbau 102V reine Mannschaftsbunker zur Verfügung, bestehend aus zwei Bereitschaftsräumen für je 15 Mann, die lediglich im offenen Eingangsbereich durch je eine Gewehrscharte gesichert werden konnten.

Um im ebenen Gelände am Niederrhein eine wenigstens grundlegende Deckung beziehungsweise Tarnung der Anlagen zu gewährleisten, wurden diese in der Nähe bereits bestehender Gebäude errichtet.

Englische und kanadische Kräfte gingen am 8. Februar 1945 durch den Reichswald kommend zum Angriff über. Von Kämpfen rund um die hier gezeigten Anlagen ist bis heute nur sehr wenig bekannt.

 

Regelbau 102V der Geldernstellung bei Goch-KesselVon den erbauten Bunkern der Geldernstellung haben nur wenige die Sprengungen der britischen Pioniere leicht beschädigt überstanden. Alle Doppel-MG-Kasematten vom Regelbau 107 (die man noch im Fuhrtsbachtal bei Aachen findet) wurden in der Geldernstellung restlos beseitigt. So findet man heute nur noch einige wenige Regelbauten 102V, die aber mit einer Ziegelmauer an der Rückseite verschlossen sind. Nur den Bunker bei Kessel konnten wir bei unserer Exkursion von innen besichtigen.

 

 

 

Berichte und Exkursionen von Georg aus Mai/Juni 2005.

Quelle:
[“Der Westwall - Vom Denkmalwert des Unerfreulichen” - Manfred Groß u.A.
Köln 1998, ISBN: 3-7927-1668-2]

Weitere Informationen zur Geldernstellung findet man auch in unserem Forum unter
http://www.forum.7grad.org/viewtopic.php?t=260

 

 

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