Der Westwall in Simonskall

Oktober 2004 - die dritte Westwallexkursion in diesem Jahr!
Diesmal ist das 7Grad-Team (Defender, Eismann und Georg) mit dem Geocasher Thomas aus Aachen im Hürtgenwald unterwegs. Wir besuchen die Dokumentation
“Hürtgenwald 1944 und im Frieden” in Vossenack. Ein Westwallmuseum, dass reichlich Informationen bietet. Im Rahmen des Besuches war es uns möglich einen Sanitätsunterstand - Regelbau 32 (s.u.) - im benachbarten Simonskall zu besuchen. Darüber hinaus haben wir uns den in der Nähe liegenden und gesprengten Regelbau 10 (s.u.) angesehen.

Sanitätsunterstand - Regelbau 32 - Bauwerksnummer 374

Fachwerkhaus in der Nordeifel mit BunkerunterbauUnter diesem unscheinbaren Fachwerkhaus in der Eifel befindet sich der Sanitätsunterstand. Im Laufe der Kriegshandlungen im Hürtgenwald wechselte er mehrmals den “Besitzer”. So kam es, dass sowohl deutsche, als auch amerikanische Soldaten in diesem Bunker erstversorgt wurden, bevor sie in größere Lazarette gebracht wurden

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung dient das Haus auf dem Dach des Bunkers nicht der Tarnung - es wurde erst in den 50er-Jahren gebaut. Im gesamten Westwall wurden 81 Sanitätsunterstände gebaut, davon 9 in Nordrhein-Westfalen. Der hier gezeigte Regelbau 32 ist der Einzige zu besichtigende Sanitätsunterstand in NRW.
Im gesamten Westwallgebiet wurden nur etwa einhhundert RB32 errichtet. Ein weiterer Sanitätsunterstand befindet sich zur Besichtigung in Dettenheim Russheim in der Ruchenstrasse. Kontakt möglich über die “IG DFFK” (Deutsch-französische Festungsforschung Karlsruhe).

 

 

Heereseinheitslüfter - handbetriebenEiner der beiden handbetriebenen Heereseinheitslüfter im Regelbau 32. Einer der Lüfter befand sich im Verbandsraum, der andere (hier gezeigte) stand (und steht) im Lüfterraum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EntgiftungsraumDer Notausgang im Sanitätsunterstand in Simonskall befindet sich in einem außerordentlich guten Zustand. Sogar die Notausgangstür 410P9 ist noch vorhanden. Ebenso die im hinteren Bereich errichtete Trockenmauer.

 

 

 

 

 

 

 

 

FeldkabelanschlussIn diesem Raum für zwei Sanitätsoffiziere befand sich auch der Anschluss für das Telefon mit Feldkabel und Festkabel.

Die Anschlüsse und Beschriftungen (“Achtung Feind hört mit” und “Kabelrohr”) kennen wir zwar schon aus anderen Regelbauten, hier sind sie aber in einem sehr guten Zustand.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

EntlüftungsventilIm Bild eine der drucksicheren Entlüftungsklappen.
An dieser Stelle ein paar allgemeine Informationen zu diesem Bunker im Westwall: Der zur Brüggen-Ormont gehörende Sanitätsunterstand wurde im Rahmen des Limes-Bauprogramms bereits 1938 errichtet. Er gehörte zum Divisionsbauabschnitt C, hier dann zum Regimentsbauabschnitt 8.
Die
Baustärke beträgt B1-alt (1,5m Wand- und Deckenstärke) und der Bunker verfügte über keinerlei Bewaffnung.
Dieser Bunker hatte ein Grundmaß von 10,2m x 14,9m und wurde aus 512m³ Beton gegossen. Die “Besatzung” bestand aus 24 Mann: zwei Sanitätsoffiziere, zwei Sanitäter und 20 Mann konnten in den beiden Krankenräumen untergebracht werden.

 

 

 

BettaufhängungenHier sieht man einen der Krankenräume - ein Krankenraum für 10 Gaskranke, die in fünf zweistöckigen Betten untergebracht und behandelt werden konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bunkerbeschriftungen - Ofen - BettenBeschriftungen von oben nach unten:
Rauchrohr




Rauchentwicklung bei Tage vermeiden




Feststellschrauben anziehen





Unten im Bild befindet sich der Druckgeschützte Ofen.

 

 

 

 

PanzertürIm Krankenraum für 10 Kranke ist die Tür, die die Gasschleuse verschließt, noch erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gruppenunterstand mit Kampfraum - Regelbau 10

In unmittelbarer Nähe des Museumsbunkers befindet sich ein gesprengter Regelbau 10. Dieser Regelbautyp wird bei uns auf der Seite bei den Regelbaudetails bereits genau vorgestellt. Hier zeigen wir unkommentiert die Bilder des Bunkers in Simonskall, den wir auf einem abschließenden Spaziergang noch fanden.

RB 10 - Rückwärtige Maulscharte
Notausgang

Kampfraum am Bunker oberhalb der Kall
Flankierende Gewehrscharte am Kampfraum

Weggesprengte Maulscharte für MG 34
Betonreste mit Lüftungsrohr am Eingangsbereich

Im Inneren - Blick aus Bereitschaftsraum in Gasschleuse
Im Inneren - Notausgang im Bereitschaftsraum

Blick durch die gesprengte rückwärtige Maulscharte in den Bunkerinnenhof: Defender, Georg, Thomas (v.l.n.r.)

 

Oktober 2004

Quelle (außer Fotos):
[“Der Westwall von Kleve bis Basel”
Auf den Spuren deutscher Geschichte, Ein Tourenplaner;
Verlag Podzun - Pallas; ISBN: 3-7909-0754-5; 2002]

[“Der Westwall - Vom Denkmalwert des Unerfreulichen” - Manfred Groß u.A.
Köln 1998, ISBN: 3-7927-1668-2]

 

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