Hier die für uns und Euch wichtigsten Auschnitte aus dem Bundesnaturschutzgesetz 2002 - BNatSchG 2002

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      BNatSchG 2002 § 10 Begriffe
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      (2) Im Sinne dieses Gesetzes bedeutet
      1. Tiere
      a) wild lebende, gefangene oder gezüchtete und nicht herrenlos gewordene
      sowie tote Tiere wild lebender Arten,
      b) Eier, auch im leeren Zustand, Larven, Puppen und sonstige
      Entwicklungsformen von Tieren wild lebender Arten,
      c) ohne weiteres erkennbare Teile von Tieren wild lebender Arten und
      d) ohne weiteres erkennbar aus Tieren wild lebender Arten gewonnene
      Erzeugnisse,
      2. Pflanzen
      a) wild lebende, durch künstliche Vermehrung gewonnene sowie tote
      Pflanzen wild lebender Arten,
      b) Samen, Früchte oder sonstige Entwicklungsformen von Pflanzen wild
      lebender Arten,
      c) ohne weiteres erkennbare Teile von Pflanzen wild lebender Arten und
      d) ohne weiteres erkennbar aus Pflanzen wild lebender Arten gewonnene
      Erzeugnisse,
      3. Art
      jede Art, Unterart oder Teilpopulation einer Art oder Unterart; für die
      Bestimmung einer Art ist ihre wissenschaftliche Bezeichnung maßgebend,
      4. Population
      eine biologisch oder geographisch abgegrenzte Zahl von Individuen,
      5. heimische Art
      eine wild lebende Tier- oder Pflanzenart, die ihr Verbreitungsgebiet oder
      regelmäßiges Wanderungsgebiet ganz oder teilweise
      a) im Inland hat oder in geschichtlicher Zeit hatte oder
      b) auf natürliche Weise in das Inland ausdehnt;
      als heimisch gilt eine wild lebende Tier- oder Pflanzenart auch, wenn
      sich verwilderte oder durch menschlichen Einfluss eingebürgerte Tiere
      oder Pflanzen der betreffenden Art im Inland in freier Natur und ohne
      menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten,
      6. gebietsfremde Art
      eine wild lebende Tier- oder Pflanzenart, wenn sie in dem betreffenden
      Gebiet in freier Natur nicht oder seit mehr als 100 Jahren nicht mehr
      vorkommt,
      7. Arten von gemeinschaftlichem Interesse
      die in den Anhängen II, IV oder V der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführten
      Tier- und Pflanzenarten,
      8. prioritäre Arten
      die in Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG mit einem Sternchen (*)
      gekennzeichneten Tier- und Pflanzenarten,
      9. europäische Vogelarten
      in Europa natürlich vorkommende Vogelarten im Sinne des Artikels 1 der
      Richtlinie 79/409/EWG,
      10. besonders geschützte Arten
      a) Tier- und Pflanzenarten, die in Anhang A oder B der Verordnung (EG)
      Nr. 338/97 des Rates vom 9. Dezember 1996 über den Schutz von
      Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des
      Handels (ABl. EG 1997 Nr. L 61 S. 1, Nr. L 100 S. 72, Nr. L 298 S.
      70), die zuletzt durch die Verordnung (EG) Nr. 1579/2001 vom 1. August
      2001 (ABl. EG Nr. L 209 S. 14) geändert worden ist, aufgeführt sind,
      b) nicht unter Buchstabe a fallende
      aa) Tier- und Pflanzenarten, die in Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG
      aufgeführt sind,
      bb) "europäische Vogelarten",
      c) Tier- und Pflanzenarten, die in einer Rechtsverordnung nach § 52 Abs.
      1 aufgeführt sind,
      11. streng geschützte Arten
      besonders geschützte Arten, die
      a) in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97,
      b) in Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG,
      c) in einer Rechtsverordnung nach § 52 Abs. 2
      aufgeführt sind,
      12. gezüchtete Tiere
      Tiere, die in kontrollierter Umgebung geboren oder auf andere Weise
      erzeugt und deren Elterntiere rechtmäßig erworben worden sind,
      13. künstlich vermehrte Pflanzen
      Pflanzen, die aus Samen, Gewebekulturen, Stecklingen oder Teilungen unter
      kontrollierten Bedingungen herangezogen worden sind,
      14. Anbieten
      Erklärung der Bereitschaft zu verkaufen oder zu kaufen und ähnliche
      Handlungen, einschließlich der Werbung, der Veranlassung zur Werbung oder
      der Aufforderung zu Verkaufs- oder Kaufverhandlungen,
      15. Inverkehrbringen
      das Anbieten, Vorrätighalten zur Abgabe, Feilhalten und jedes Abgeben an
      andere,
      16. rechtmäßig
      in Übereinstimmung mit den jeweils geltenden Rechtsvorschriften zum Schutz
      der betreffenden Art im jeweiligen Staat sowie mit Rechtsakten der
      Europäischen Gemeinschaften auf dem Gebiet des Artenschutzes und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen im Rahmen ihrer jeweiligen
      räumlichen und zeitlichen Geltung oder Anwendbarkeit,
      17. Mitgliedstaat
      ein Staat, der Mitglied der Europäischen Union ist,
      18. Drittland
      ein Staat, der nicht Mitglied der Europäischen Union ist,
      19. Zoo
      dauerhafte Einrichtung, in der lebende Tiere wild lebender Arten zwecks
      Zurschaustellung während eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im
      Jahr gehalten werden; nicht als Zoo im Sinne des Satzes 1 gelten
      a) Zirkusse,
      b) Tierhandlungen und
      c) Gehege zur Haltung von nicht mehr als fünf Arten des im
      Geltungsbereich des Bundesjagdgesetzes heimischen Schalenwildes oder
      Einrichtungen, in denen nicht mehr als fünf Tiere anderer wild
      lebender Arten gehalten werden.
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      BNatSchG 2002 § 41 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
      (1) Die Länder erlassen Vorschriften über den Schutz der wild lebenden Tiere und Pflanzen. Dabei ist insbesondere zu regeln,
      1. Tiere nicht mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu
      fangen, zu verletzen oder zu töten,
      2. Pflanzen nicht ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen
      oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise
      zu verwüsten,
      3. Lebensstätten nicht ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu
      zerstören,
      soweit sich aus § 42 Abs. 1 kein strengerer Schutz ergibt.
      (2) Die Länder treffen unter Beachtung des Artikels 22 der Richtlinie 92/43/EWG und des Artikels 11 der Richtlinie 79/409/EWG sowie des Artikels 8 Buchstabe h des Übereinkommens über die biologische Vielfalt vom 5. Juni 1992 (BGBl. 1993 II S. 1471) geeignete Maßnahmen, um die Gefahren einer Verfälschung der Tier- oder Pflanzenwelt der Mitgliedstaaten durch Ansiedlung und Ausbreitung von Tieren und Pflanzen gebietsfremder Arten abzuwehren. Sie erlassen insbesondere Vorschriften über die Genehmigung des Ansiedelns
      1. von Tieren und
      2. von Pflanzen gebietsfremder Arten
      in der freien Natur. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die Gefahr einer
      Verfälschung der Tier- oder Pflanzenwelt der Mitgliedstaaten oder eine Gefährdung des Bestands oder der Verbreitung wild lebender Tier- oder Pflanzenarten der Mitgliedstaaten oder von Populationen solcher Arten nicht auszuschließen ist. Von dem Erfordernis einer Genehmigung sind auszunehmen
      1. der Anbau von Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft,
      2. das Einsetzen von Tieren
      a) nicht gebietsfremder Arten,
      b) gebietsfremder Arten, sofern das Einsetzen einer pflanzenschutzrechtlichen Genehmigung bedarf, bei der die Belange des Artenschutzes berücksichtigt sind,
      zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes,
      3. das Ansiedeln von dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegenden Tieren
      nicht gebietsfremder Arten.
      (3) Die Länder können weitere Vorschriften erlassen; sie können insbesondere die Voraussetzungen bestimmen, unter denen die Entnahme von Tieren oder Pflanzen wild lebender nicht besonders geschützter Arten aus der Natur zulässig ist.
      BNatSchG 2002 § 42 Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten
      (1) Es ist verboten,
      1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu
      fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-,
      Wohn- oder Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu
      zerstören,
      2. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Teile oder
      Entwicklungsformen abzuschneiden, abzupflücken, aus- oder abzureißen,
      auszugraben, zu beschädigen oder zu vernichten,
      3. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen
      Vogelarten an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten durch
      Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören,
      4. Standorte wild lebender Pflanzen der streng geschützten Arten durch
      Aufsuchen, Fotografieren oder Filmen der Pflanzen oder ähnliche Handlungen
      zu beeinträchtigen oder zu zerstören.
      (2) Es ist ferner verboten,
      1. Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder
      Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder
      verarbeiten (Besitzverbote),
      2. Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten im Sinne des § 10 Abs.
      2 Nr. 10 Buchstabe b und c
      a) zu verkaufen, zu kaufen, zum Verkauf oder Kauf anzubieten, zum Verkauf
      vorrätig zu halten oder zu befördern,
      b) zu kommerziellen Zwecken zu erwerben, zur Schau zu stellen oder sonst
      zu verwenden
      (Vermarktungsverbote).
      Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 bleibt unberührt.
      (3) Die Besitz- und Vermarktungsverbote gelten auch für
      1. Waren im Sinne des Anhangs der Richtlinie 83/129/EWG, die entgegen den
      Artikeln 1 und 3 dieser Richtlinie nach dem 30. September 1983 in die
      Gemeinschaft gelangt sind,
      2. Tiere und Pflanzen, die durch Rechtsverordnung nach § 52 Abs. 4 bestimmt
      sind.

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